ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2003Drogenbericht: Weiterhin weniger Drogentote

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Drogenbericht: Weiterhin weniger Drogentote

PP 2, Ausgabe Juni 2003, Seite 245

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Caspers-Merk präsentierte am 29.April neue Broschüren gegen das Rauchen. Foto: ddp
Caspers-Merk präsentierte am 29.April neue Broschüren gegen das Rauchen. Foto: ddp
Bundesregierung will durch Prävention „Alltagssüchte“ bekämpfen.
Nach dem weiteren Rückgang der Todesfälle durch illegale Drogen will die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers- Merk, jetzt verstärkt gegen Alkohol- und Nikotinkonsum vorgehen. Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung starben im vergangenen Jahr 1 513 Menschen am Konsum illegaler Substanzen. Dies ist ein Rückgang um 17,5 Prozent gegenüber 2001. Dagegen haben „die „Alltagssüchte ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen“, sagte Caspers-Merk. Im Jahr 2002 starben in Deutschland mehr als 40 000 Menschen infolge ihres Alkoholkonsums; mehr als 50 000 wurden in Suchtkliniken behandelt. Rund 1,2 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig. Von Medikamenten abhängig sind ebenfalls 1,2 Millionen, davon zwei Drittel Frauen. Die Bundesregierung will sich deshalb verstärkt für eine geschlechtsspezifische Suchtberatung und -behandlung einsetzen. „Mit Sorge“ beobachtet die Bundesregierung auch die wachsende Zahl von Jugendlichen, die „Binge Drinking“, also gezieltes Rauschtrinken, praktizieren. Derzeit wird ein Modellprojekt entwickelt, das die Jugendlichen frühzeitig zum Ausstieg bewegen soll.
An tabakbedingten Krankheiten sterben jährlich mehr als 110 000 Menschen in Deutschland. Beim Rauchen sei das Einstiegsalter von Jugendlichen mit durchschnittlich 13,6 Jahren noch immer viel zu niedrig, betonte Caspers-Merk. Sie will die Raucherquote von 28 Prozent bei Jugendlichen auf 20 Prozent senken. Deshalb soll vor allem in dieser Altersgruppe die Prävention deutlich verstärkt werden. Die Drogenbeauftragte forderte weitere Einschränkungen bei der Tabakwerbung. Außerdem soll in öffentlichen Einrichtungen das Nichtrauchen zum Normalfall werden. Dies soll mit dem für Sommer 2003 angekündigten „Anti-Tabak-Programm“ erreicht werden. Der ebenfalls für Sommer angekündigte „Aktionsplan Drogen und Sucht“ soll Strategien für die Suchtbekämpfung in den kommenden zehn Jahren aufzeigen.
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