ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2003Therapieabbruch: Rückmeldung vermindert Abbruchquoten

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Therapieabbruch: Rückmeldung vermindert Abbruchquoten

PP 2, Ausgabe Juni 2003, Seite 261

MS

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LNSLNS Patienten, die nicht über ihre Fortschritte informiert werden, zeigen eine erhöhte Bereitschaft zum frühzeitigen Therapieabbruch. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, testeten Psychologen an einem universitären Beratungszentrum im amerikanischen Bundesstaat Utah jetzt ein „Frühwarnsystem“. An dem Versuch nahmen 981 Patienten mit verschiedenen psychischen Störungen und 48 Therapeuten aus unterschiedlichen Therapierichtungen teil. „Die Patienten wurden in regelmäßigen Abständen Kontrollen unterzogen“, berichten die Autoren. Dabei wurden die Patienten zu ihrer Motivation, sich zu verändern, befragt. Außerdem bewerteten sie die Beziehung zu ihrem Therapeuten und das Ausmaß an Unterstützung durch ihr soziales Umfeld. Diese Daten dienten den Therapeuten dazu, ihre Diagnose zu prüfen, adäquate therapeutische Maßnahmen auszuwählen und Probleme frühzeitig zu erkennen. Ein Teil der Patienten, die nicht veränderungsbereit waren oder über Schwierigkeiten mit dem Therapeuten oder den Mitmenschen berichteten, wurden über ihre mangelnden Fortschritte informiert. In Gesprächen mit dem Therapeuten suchten sie nach Ursachen und Lösungen. Diese Vorgehensweise zeigte Erfolg: Nach der Rückmeldung erzielten die informierten Patienten deutliche Therapiefortschritte und blieben länger in der Therapie, wohingegen viele der uninformierten Patienten die Therapie vorzeitig abbrachen. ms

Smart DW, Nielsen SL, Hawkins EJ: Improving the Effects of Psychotherapy: The Use of Early Identification of
Treatment Failure and Problem-Solving Strategies in Routine Practice. Journal of Counseling Psychology 2003; 50: 1: 59–68.

Lambert MJ, Department of Psychology, 272 Taylor Build-
ing, Brigham Young University, Provo, Utah 84602-5782, michael_lambert@byu.edu
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