ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2003Honorare: Die Menge macht’s
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LNSLNS Da war ich doch mal wieder platt. „Der Bewertungsausschuss darf ... berücksichtigen, dass Psychotherapeuten zusätzlich zu den Einnahmen aus genehmigten Therapien auch andere Einkünfte haben, zum Beispiel aus probatorischen Sitzungen oder psychologischen Tests“, las ich im Editorial. Im Klartext: Ein Punktwert von zehn Pfennig muss nicht garantiert werden, weil man ja auch für fünf Pfennig pro Punkt noch fast das Gleiche arbeiten kann. Na, wenn diese Argumentation Schule macht, könnte man alle zukünftigen lästigen Honorar-, Tarif- oder sonstigen Verhandlungen mit diesen nimmersatten geldgierigen Leistungserbringern endlich rasch beenden.
Merke: Kein Geschäft ist so schlecht, dass es nicht mit einem noch schlechteren kompensiert werden kann. „Die Menge macht’s, der Tag hat 24 Stunden und wenn’s nicht reicht ...“
Und so kann man zum Beispiel den jährlich um immer mehr Kohle streikenden Metallarbeitern fröhlich zurufen, sie könnten ja abends noch Altmetall sammeln, Gebäudereiniger sollen ihre Frau zum Putzen schicken, Müllwerker auch noch die Straße kehren, Ärzte geben Erste-Hilfe-Kurse und Richter ..., ja die könnten für eine geringe Aufwandsentschädigung bei Tennismatches schiedsen oder Golfturniere beobachten.
Peter Neureuther, Psychologischer Psychotherapeut, Spritzenhausplatz 12, 73433 Aalen
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