ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2003Honorare: Solidarität als Einbahnstraße
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LNSLNS Die in dem geschilderten Urteil vom Landessozialgericht Essen angesprochene Berücksichtigung der probatorischen Sitzungen ist in sich kein Wermutstropfen und führt auch nicht zu einem Punktwert von unter zehn Pfennig – jedenfalls nicht, wenn man der Logik folgt.
Es geht um die Gleichbehandlung von Ärzten und Psychotherapeuten: Bei (wie der Richter selbst einräumt) „unrealistisch hoch“ angesetzter Arbeitszeit soll zumindest ein durchschnittliches Arzteinkommen erzielbar sein. Dabei ist es durchaus richtig, die probatorischen Sitzungen mit einzubeziehen. Auch jede probatorische Sitzung dauert eine knappe Stunde und ist nicht zusätzlich zur sowieso unrealistisch hoch angesetzten Arbeitszeit zu erbringen. Durch jede probatorische Sitzung fehlt mir die Zeit für eine genehmigungspflichtige Sitzung. Dies bedeutet, dass entweder die probatorischen Sitzungen in gleicher Höhe wie die genehmigungspflichtigen Sitzungen honoriert werden müssen (was meines Erachtens das Gerechteste wäre), oder dass für den durch die probatorischen Sitzungen bedingten Verdienstausfall ein Ausgleich über die zehn Pfennig hinaus einberechnet werden muss.
Der Wermutstropfen liegt doch wohl eher in der kreativen Fantasie der KV-Gremien, die bei der Umsetzung eines solchen Urteils und der Kleinrechnung der Psychotherapeutenhonorare mal wieder beweisen werden, dass die immer wieder eingeforderte Solidarität für sie nur eine Einbahnstraße ist.
Dipl.-Psych. Rolf-G. Klamann, Pferdemarkt 15, 23552 Lübeck
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