ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2003Autismus: Verhaltensbezogene Maßnahmen

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Autismus: Verhaltensbezogene Maßnahmen

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LNSLNS Autismus ist ein psychiatrisches Syndrom, das bis heute nicht ursächlich behandelbar oder in seiner Grundstruktur veränderbar ist. Trotz dieser Ausgangssituation können durch individuell konzipierte, ganzheitliche und früh beginnende Interventionen graduelle Verhaltensverbesserungen erzielt werden. Alle Therapien autistischer Störungen zielen darauf ab, soziale Interaktionsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit und/oder sprachliche Fertigkeiten zu fördern. Außerdem sollen sie dazu beitragen, Rituale, Zwänge, Auto- und Fremdaggressionen, Unruhe/Hyperaktivität, grob- und feinmotorische Defizite und Isolation abzubauen. „Viele der Behandlungsstrategien sind integrativ konzipiert und beziehen explizit Eltern als Kotherapeuten mit ein“, so die Autoren. Heute wird häufig auch versucht, die Betroffenen im schulischen oder häuslichen Rahmen zu fördern. Ein Schwerpunkt der Autismusbehandlung liegt auf verhaltensbezogenen Maßnahmen. Bewährt haben sich unter anderem lerntheoretisch basierte Techniken der Verhaltensmodifikation nach Lovaas. Die Betroffenen üben soziale und spielerische Verhaltensweisen, sprachliche Fähigkeiten und Selbstregulation. Therapien, die mit dem Einsatz von Tieren arbeiten, können im Einzelfall die Kontaktfähigkeit und Aufmerksamkeit verbessern. Von der umstrittenen Festhalte-Therapie raten die Autoren hingegen ab, weil sie empirisch nicht gesichert sei. ms

Bölte S, Poustka F: Interventionen bei autistischen Störungen. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2002; 30: 4: 271–280.

Bölte S, Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Deutschordenstraße 50, 60528 Frankfurt/Main, Telefon: 0 69/63 01 62 23, Boelte@em-uni-frankfurt.de
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