ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Fachärzte: Ängste und Reformwille

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Fachärzte: Ängste und Reformwille

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Der Vortragende wurde dramatisch: „Die niedergelassenen Fachärzte sehen sich am Abgrund und befürchten das Aus für ihre Praxen.“ Dieses Fazit zog Dr. Jörg-A. Rüggeberg, der Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, aus einer Repräsentativbefragung von rund 5 000 niedergelassenen Fachärzten.
In der Tat zeugen die Befragungsergebnisse von erheblicher Zukunftsangst. So glauben fast alle Befragten, ihre Praxis demnächst nicht mehr zu einem angemessenen Preis veräußern zu können; sie befürchten einen zunehmenden Verteilungswettbewerb unter den Ärzten sowie Konkurrenz durch Gesundheitszentren und Krankenhausambulanzen. Schließlich erwarten sie weiteren ökonomischen Druck und damit einhergehende Defizite in der Behandlungsqualität.
Gegenüber der gesundheitspolitisch diskutierten Weiterentwicklung fachärztlicher Versorgungsstrukturen sind die Fachärzte skeptisch bis ablehnend. Dennoch könnten sich 63 Prozent mit einigen der Strukturveränderungen anfreunden. Reformwillen lassen die Fachärzte in drei Punkten erkennen: Sie präferieren den Ausbau von Praxisnet-
zen, den Aufbau ambulanter Gesundheitszentren und belegärztlicher Versorgungszentren. Voraussetzung ist jedoch in allen Fällen, dass die niedergelassenen Fachärzte selbst die Betreiber sind.
Offen blieb bei der Vorstellung der Befragungsergebnisse, wer den niedergelassenen Fachärzten bei solchen Reformprojekten tatkräftig zur Hand gehen wird. Verbandsvertreter Rüggeberg setzt auf die Berufsverbände. Doch zurzeit scheinen die Fachärzte diesen so etwas nicht zuzutrauen: Fast 90 Prozent erwarten nämlich, dass ihre Berufsverbände wesentlich aktiver werden müssen.
Übrigens – so pessimistisch die Fachärzte durchweg in die Zukunft blicken, es gibt zwei Ausnahmen: Die Psychotherapeuten und die fachärztlich tätigen Internisten sehen ihre Zukunft relativ rosig. Norbert Jachertz
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