ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Bundesknappschaft: Schwerfälliger Apparat

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Bundesknappschaft: Schwerfälliger Apparat

Dtsch Arztebl 2003; 100(24): A-1669 / B-1385 / C-1301

Knabe, Ulf-H.

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LNSLNS Im Artikel wird die Knappschaft als hochmodernes effizientes Unternehmen geschildert. Meine Erfahrungen in langjähriger Tätigkeit als Krankenhausarzt, u. a. auch an einem Knappschaftskrankenhaus, sind völlig anders: Die Knappschaft füllt mit ihrem schwerfälligen behördenartigen Apparat zwei große stadtbildprägende Gebäude in Bochum und unterhält außerdem noch Zweigstellen an anderen Orten.
Als große Neuerung wurde in München eine „Krankenhauswerkstatt“ eröffnet. (Wer hat sich wohl diesen verqueren Namen ausgedacht? Arbeiten da Aktenschlosser oder Schreibtischmechaniker über Tage?) Wir hatten gehofft, entsprechend der Ankündigung hier schnell einen Ansprechpartner zu finden, aber leider war es nur eine weitere Ärzte-Schikanierungsmaschine: Ich erinnere mich aus dem Stegreif an zwei Fälle, in denen nach dem Tod von Patienten dem Krankenhaus die Rechnung erheblich gekürzt wurde, weil die angegebenen Diagnosen keine so lange stationäre Behandlung rechtfertigen würden. Die Versorgung mit Hilfsmitteln dauerte durch Zentralisierung deutlich länger. Die Einleitung von AHB- und Reha-Maßnahmen verzögerte sich meist wegen der Schwerfälligkeit der Knappschaft ebenfalls erheblich, und Reha-Einrichtungen waren häufig nur ungern bereit, Knappschaftspatienten aufzunehmen. Erst kürzlich im Bekanntenkreis: Eine Patientin mit therapierefraktärer Schultersteife wurde schließlich kurzstationär operiert und eine AHB beantragt. Diese wurde nach Aktenlage abgelehnt, auf Widerspruch wurde „als Entgegenkommen“ eine Kur genehmigt, die sie nach zahlreichen Telefonaten schließlich nach über vier Wochen antreten konnte. Folge: unnötige erhebliche Kosten durch Krankengeldzahlung und weitergeführte ambulante Physiotherapie sowie verzögerter Eintritt der Arbeitsfähigkeit zur Freude des Arbeitgebers. Beispielgebend?
Zum Glück bin ich solchen Schikanen der Gesundheitsbürokratie durch vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand entronnen.
Dr. Ulf-H. Knabe, Veilchenweg 26, 82362 Weilheim
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