ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Mikroalbuminurie: Zweifel
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LNSLNS Im Artikel werden sehr weitgehende Empfehlungen ausgesprochen: Anders als im DMP Diabetes empfohlen, solle jeder Typ-2-Diabetiker regelmäßig auf das Vorliegen einer Mikroalbuminurie getestet und im positiven Fall mit einem ACE-Hemmer behandelt werden. Ob dieses Vorgehen auch bei nicht erhöhten Blutdruckwerten gelte, sei noch offen.
Sieht man sich die Daten der zitierten Hope-Studie und der Micro-Hope-Substudie etwas genauer an, entstehen aber Zweifel an einer so weitgehenden Empfehlung.
Eingeschlossen waren Diabetiker mit einer mittleren Krankheitsdauer von zehn bis elf Jahren, und nur in 29 bis 33 % war keine kardiovaskuläre Erkrankung bekannt. Es handelte sich also um ein Hochrisikokollektiv.
Der Wert des Mikroalbuminurie-Tests bleibt – anders als beim Typ-1-Diabetiker, bei dem seine Vorhersagekraft für die Entwicklung einer manifesten diabetischen Nephropathie hoch ist – unklar. Die Micro-Hope-Substudie spricht davon, es sei bezüglich des therapeutischen Effektes des eingesetzten Ramipril irrelevant, ob eine Mikroalbuminurie vorliege oder nicht. Die Entscheidung der Experten-Autoren, allen Typ-2-Diabetikern ein regelmäßiges Mikroalbuminurie-Screening zu empfehlen, bleibt mangelhaft begründet. Um dessen Kosten in Zeiten schmaler werdender Ressourcen zu begründen, muss ein diagnostisch-therapeutischer Nutzen schon besser begründet werden als durch Zitierung der Meinung von Diabetes-Gesellschaften . . .
Literatur bei den Verfassern
Günter Egidi, Huchtinger Heerstraße 41, 28259 Bremen, Uwe Popert, Dörnbergstraße 21, 34119 Kassel
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