ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Männergesundheit Gibt es eine Alternative?
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LNSLNS Es wird Sie nicht überraschen, dass ich Ihre Kritik an unserer Initiative für einen Männergesundheitsbericht zurückweise. Sicher lassen sich Argumente im Für und Wider austauschen, aber Ihre Äußerungen berühren weniger die Sach- als mehr die Beziehungsebene: Was nehmen sich Männer da wieder heraus! Sie sollten sich endlich ändern. Das geht viel einfacher als über einen Männergesundheitsbericht.
Doch etwas stimmt an Ihrem Ärger nicht. Denn die Männer, die diese Initiative gegründet haben, sind welche, die bereits über Jahre an diesem Thema arbeiten, in Männerinitiativen, in wissenschaftlicher Forschung, in Selbsthilfegruppen. Das Problembewusstsein, das Sie anmahnen, ist bereits da – und zwar erkennbar. Der Männergesundheitsbericht soll jedoch dazu dienen, die Ursachen für gesundheitsschädigendes Verhalten der Männer deutlicher als bisher aufzuzeigen und vor allem das Thema stärker in die Gesellschaft zu tragen. Hier ist uns der vorliegende Frauengesundheitsbericht ein gutes Beispiel. Es mag mir also nicht einleuchten, warum Sie einen Männergesundheitsbericht so vehement ablehnen. Worin besteht Ihr Ärger (bezogen auf unsere Initiative)?
Einen wichtigen Punkt erwähnen Sie, der in der Darstellung unserer Initiative zu kurz kam: das Rollenverhalten. Der Begriff „Rollenverhalten“ thematisiert in erster Linie ja nicht das gesundheitsschädigende Verhalten der Männer direkt, sondern die Art der Beziehungsgestaltung, die sich in ihrer Konsequenz gesundheitsschädigend auswirkt.
Damit ist ein zentraler Punkt angesprochen, weswegen ein Männergesundheitsbericht besonders wichtig ist. Männer müssen endlich nachziehen, um mit Frauen einen konstruktiven Dialog über gegenseitige Kränkungen, Verletzungen, Schwächen und Stärken zu führen. Hier scheint es große Defizite zu geben. Doch in der Konsequenz wird ein Dialog zwischen Männern und Frauen bedeuten, dass die Notwendigkeit von Veränderungen im Rollenverhalten immer noch auf allen Seiten besteht. Doch gibt es dazu eine Alternative?
Dr. phil. Matthias Stiehler, Dresdner Institut für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft e. V., Augsburger Straße 62, 01309 Dresden
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