ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Als Chirurg in den Krisengebieten dieser Welt

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Als Chirurg in den Krisengebieten dieser Welt

Dtsch Arztebl 2003; 100(24): A-1673

Kaplan, Jonathan

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Lebensstationen: Odyssee eines Chirurgen
Jonathan Kaplan: Notversorgung. Als Chirurg in den Krisengebieten dieser Welt. Aus dem Englischen von Elvira Willems. Argon Verlag, Berlin, 2003, 410 Seiten, gebunden, 22 €
„Was wissen Sie über den Tod?“, lautet die Frage eines Patienten an den noch jungen Autor dieser Lebensgeschichte. „Alles“ – möchte man nach Lektüre dieses Buches antworten, nachdem man den Protagonisten bei der Ausübung des Arztberufs in verschiedene Krisengebiete dieser Welt begleitet hat. Aufgewachsen in Südafrika, wird er in seinem Pflichtassistenzjahr mit den grauenhaften Folgen der Repression durch den Apartheidsstaat konfrontiert. Während der Weiterbildung in England und in den USA lernt Kaplan die Schattenseiten der hoch entwickelten Gesundheitssysteme kennen.
Heimweh treibt Kaplan nach einem Jahrzehnt wieder zurück nach Südafrika. An einem Krankenhaus in einem Homeland kümmert er sich um die medizinische Versorgung der schwarzen Bevölkerung und wird Zeuge der alltäglichen Gewalt und Gleich-
gültigkeit gegenüber menschlichem Elend. Im Dienst einer medizinischen Hilfsorganisation kommt Kaplan während des Golfkriegs 1991 in das von Kurden bewohnte Grenzgebiet zwischen dem Irak und der Türkei. Eindrucksvoll beschreibt er die hilflosen Bemühungen, den von den USA zunächst zum Aufstand gedrängten und dann allein gelassenenen Kurden auf der Flucht vor den Truppen Saddam Husseins medizinische Hilfe zuteil werden zu lassen. Weitere Stationen in Kaplans bewegtem Leben – zwischenzeitlich heuert er als Schiffsarzt auf einem Kreuzfahrtschiff im Südchinesischen Meer an – sind Mosambik, Birma und Eritrea. Während des Grenzkriegs zwischen Eritrea und Äthiopien 1998 schildert er mit unerbittlicher Härte den Wahnsinn einer Kriegsführung, die Abertausende von Menschen in den sicheren Tod treibt. TG
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