ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Pulmonaliskatheter ohne Vorteil bei Hochrisikopatienten

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Pulmonaliskatheter ohne Vorteil bei Hochrisikopatienten

Dtsch Arztebl 2003; 100(24): A-1685 / B-1397 / C-1313

ME

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LNSLNS Ältere Hochrisikopatienten, die sich einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen müssen, profitieren offenbar nicht vom Einsatz eines Pulmonaliskatheters. In einer kanadischen Studie wurden zur Klärung dieser Fragestellung 1 994 Patienten randomisiert und entweder mit oder ohne Pulmonaliskatheter operiert. Nach der Operation verstarben im Krankenhaus 7,7 Prozent der Patienten nach der Standardoperation und 7,8 Prozent der Patienten, bei denen ein Katheter verwendet wurde. In dieser Gruppe traten acht Lungenembolien auf, wohingegen nach der Standardbehandlung keine derartigen Ereignisse vorkamen. Die Überlebensraten waren in beiden Behandlungsgruppen nach sechs und zwölf Monaten nahezu identisch (circa 88 respektive 84 Prozent). Die Verweildauer betrug in beiden Therapiearmen im Median zehn Tage. Die Autoren gelangen zu der Erkenntnis, dass der Einsatz eines Pulmonaliskatheters in dem untersuchten Patientenkollektiv keinen Vorteil aufweist. Ob dies beispielsweise auch auf Patienten mit akuten Lungenverletzungen oder septischem Schock zutrifft, sollte in weiteren Studien geklärt werden. me

Sandham JD, Hull RD, Brant RF et al.: A randomized, controlled trial of the use of pulmonary-artery catheters in high-risk surgical patients. N Engl J Med 2003; 348: 5–14.

Dr. J. D. Sandham, Department of Critical Care Medicine, EG23 Foothills Street NW, Calgary, AB T2N 2T9, Kanada, E-Mail: sandham@ucalgary.ca
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