ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Missbräuchlicher Einsatz von humanem Wachstumshormon in der Anti-Aging-Medizin: Vertrauen
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LNSLNS Der Artikel zeigt fundiert die wissenschaftlichen Bedenken eines kritiklosen Umgangs mit Hormonen. Das dahinter stehende Problem liegt jedoch nicht nur in der biologischen Ebene, und die Verfechter dieser lukrativen Marketing-Strategie werden sich nicht durch noch so fundierte Ergebnisse beeindrucken lassen. Es ist der wieder aufkeimende Glaube an die Macht von Menschen, an die Verdrängung der Endlichkeit, deren Bewusstsein ja eigentlich dazu führen sollte, intensiv und bewusst zu leben, um diese Welt letztendlich im Frieden mit sich und Gott zu verlassen. Ein befriedigender
Lebensinhalt und gesunde Lebensweise lässt sich nicht durch einen pseudowissenschaftlich gespeisten finanziell motivierten Kult mit „Internethormonen“ ersetzen, er kann im Gegenteil durch Konformitätszwang verdrängt werden. Und auch unter Ärzten scheint es einen Kollektivzwang im Anbieten von zweifelhaften Methoden zu geben, mit dem Argument, wenn schon, dann in der (und in die) Hand des Arztes. Wenn wir in der Zukunft jedoch einen durch Glaubwürdigkeit geprägten Sozialstatus haben wollen, sollten wir nicht so tun, als ob das behandlungswürdigste Körperteil der Species „Patient“ sein unter Pecuniostase leidender Geldbeutel sei! Irgendwann geht es uns dann nämlich wie der Politik: Es glaubt einem keiner mehr, vielmehr wird die Unwahrheit wie selbstverständlich erwartet. Warum sollte man uns dann noch konsultieren, wenn es um die Zukunft des Gesundheitswesens geht?

Dr. med. Gunther Aurich
Trierer Straße 30, 54317 Gusterath

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