ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Arbeiten auf Papier von Emil Schumacher: Souveräner Einsatz von Farbe und Linie

VARIA: Feuilleton

Arbeiten auf Papier von Emil Schumacher: Souveräner Einsatz von Farbe und Linie

Dtsch Arztebl 2003; 100(24): A-1691

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Kölner Galerie zeigt Werke des 1999 verstorbenen deutschen Malers.

Noch kurz vor seinem Tod waren Werke des 1999 verstorbenen Malers Emil Schumacher in zahlreichen Retrospektiven im In- und Ausland zu sehen. Jetzt zeigt die Kölner Galerie Boisserée in einer umfassenden Ausstellung seine Arbeiten auf Papier und eine Auswahl seiner zum Teil zwei Quadratmeter großen farbigen Radierungen, vorwiegend aus den 80er- und 90er-Jahren.
Schumacher hat, so die Galerie, „als einer der großen deutschen Nachkriegskünstler die ,Stunde Null‘ und den Neuanfang nach Faschismus und Krieg wörtlich genommen“. Als einer der ersten Vertreter des deutschen Informel habe er über mehr als vier Jahrzehnte die Fortentwicklung der abstrakt-expressionistischen Bildsprache vorangetrieben. „In den späten Gouachen Schumachers, dessen malerisches Werk von Anfang an von großer Intensität und Energie gekennzeichnet ist, spürt der Betrachter das unbeirrbare Anliegen des Künstlers, sich mit der Gestaltung des Lebendigen auseinander zu setzen.“ Gerade die späten Arbeiten überraschten durch „den souveränen, äußerst freien Einsatz von Farbe und Linie, jenseits aller Zeitstile und Modernismen, voll zeitloser Lebendigkeit“.
Gerade bei den Arbeiten auf Papier ertaste der Betrachter die Strukturen des Papiers und erfahre den Reiz von dessen Faltungen und Knitterbildungen. Kaum einem abstrakten Maler ist es der Galerie zufolge gelungen, seine Kunst so unmittelbar und kraftvoll über die Radiertechnik zu vermitteln wie Emil Schumacher. Im Bereich der deutschen Graphik habe er ein Œuvre hin-
terlassen, das überschaubar bleibt und von Sammlern aufgrund der relativ kleinen Auflagen geschätzt würde.
Die Galerie zeigt die Emil-Schumacher-Ausstellung anlässlich ihres 165-jährigen Bestehens. Sie wurde im Jahr 1838 von Josef und Nikolaus Wilhelm Boisserée gegründet. Im Jahr 1888 übernahm der Münsteraner Buchhändler Franz Theodor Helmken das Unternehmen und verkaufte es 1902 an den Kölner Buchhändler Hermann Schilling. Nach der völligen Zerstörung der Geschäftsräume im Zweiten Weltkrieg übertrug dieser seinem Neffen Walter Schilling das Unternehmen, der mit der übriggebliebenen Kundenkartei 1946 die Geschäfte wieder aufnahm. 1955 eröffnete er die jetzigen Galerieräume an der Drususgasse und legte „gemeinsam mit der Galerie ,Der Spiegel‘ den Grundstein für die heutige Kölner Galerienszene“. In den 80er-Jahren wurde der Schwerpunkt des Hauses auf die Galerietätigkeit gelegt. Johannes Schilling trennte sich im Jahr 1984 vom Buchhandel „und beeinflusste entscheidend die Entwicklung dieser zweitältesten deutschen Galerie, welche er 1988 von seinem Vater erwarb“. Vor zehn Jahren modernisierte er die Galerieräume am Museum für Angewandte Kunst/WDR und erweiterte die Ausstellungsfläche auf 300 Quadratmeter. Seitdem zeigte die Galerie Ausstellungen der Klassischen Moderne nach 1950 sowie junger zeitgenössischer Malerei. In den letzten sechs Jahren wurde der Schwerpunkt der Galerie – Originalgraphik nach 1950 sowie Arbeiten auf Papier – weiter ausgebaut. Die Galerie zeigte Retrospektiven unter anderem von Braque, Chagall, Ernst und Matisse.
Gisela Klinkhammer

Die Ausstellung „Emil Schumacher – Arbeiten auf Papier und Radierungen“ ist bis 19. Juli zu sehen. Informationen: Galerie Boisserée, Drususgasse 7–9, 50667 Köln, Telefon: 02 21/2 57 85 50, Internet: www.boisseree.com.
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