ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2003Beruflich veranlasste Auslandsreise: Exkursion des Arbeitsgebers ist keine Urlaubsreise

VARIA: Rechtsreport

Beruflich veranlasste Auslandsreise: Exkursion des Arbeitsgebers ist keine Urlaubsreise

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LNSLNS Die Klägerin, wissenschaftliche Hilfskraft an einem Universitätsinstitut für Geographie, nahm 1999 an einer unter ihrer Beteiligung organisierten dreiwöchigen Exkursion in die USA teil. In ihrer Einkommensteuererklärung machte sie dafür Werbungskosten geltend. In diesen waren unter anderem ein Reisekostenanteil sowie Verpflegungsmehraufwendungen enthalten.
Das Finanzamt berücksichtigte dagegen lediglich den Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Der Einspruch vor dem Finanzgericht hatte zunächst keinen Erfolg. Dieses führte aus, dass Reisen in der Regel nur dann ausschließlich der beruflichen Sphäre zuzuordnen seien, wenn ihnen offensichtlich ein unmittelbarer beruflicher Anlass oder konkreter Auftrag des Arbeitgebers zugrunde liege. Dies sei bei Auslandsgruppenreisen nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) regelmäßig nicht der Fall. Die Exkursion in die USA sei nicht nahezu ausschließlich beruflich veranlasst gewesen, da die Reise auch zu einer Vielzahl touristisch attraktiver Stätten geführt habe.
Der BFH hat diese Entscheidung aufgehoben und zurück verwiesen. Nach seiner Auffassung ist eine von einem Arbeitnehmer organisierte wissenschaftliche Exkursion nicht mit einer von einem Reiseveranstalter angebotenen Urlaubsreise vergleichbar. Aus dem Exkursionsprotokoll ergebe sich zudem ein dicht gedrängtes Reiseprogramm. Das Finanzgericht wird daher festzustellen haben, ob die Teilnahme der Klägerin durch ihre berufliche Tätigkeit veranlasst war; ferner, aus welchen Gründen sie zusätzlich zu dem als Leiter der Exkursion tätigen Hochschullehrer teilgenommen und weshalb sie von ihrem Arbeitgeber keine Erstattung der Reisekosten erhalten hat. (BFH, Urteil vom 27. August 2002, Az.: VI R 22/01) Be
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