ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2003Arzneimittel: Kritik an Verordnungen

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Arzneimittel: Kritik an Verordnungen

Dtsch Arztebl 2003; 100(25): A-1704 / B-1412 / C-1328

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LNSLNS Krankenkasse verlangt weniger Analog-Präparate.
Wir könnten durch eine Verbesserung von Qualität und Effizienz bei der Arzneiverordnung und damit verbundenen Einsparungen unseren Beitragssatz von 13,9 auf 13,5 Prozent senken.“ Das hat der Vorstandsvorsitzende der Gmünder Ersatzkasse (GEK), Dieter Hebel, Anfang Juni in Berlin erklärt. Hebel präsentierte den jüngsten Arzneimittel-Report seiner Krankenkasse. Darin werden in Zusammenarbeit mit Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität in Bremen die Arzneimitteldaten für 2001 und 2002 analysiert.
Hebel bemängelte, dass die GEK 2002 rund 67 Millionen Euro für Analog-Präparate sowie für umstrittene Arzneimittel ausgegeben habe: „Das ist Geld, das an anderer Stelle fehlt.“ Glaeske nannte als Beispiele für anfechtbare Verordnungen den steigenden Absatz von Analog-Insulinen oder die Einmalverordnung von starken Schmerzmitteln in Pflasterform, die eigentlich zur Langzeittherapie gedacht seien. Außerdem beschuldigte er die Ärzte, immer noch zu wenig Generika zu verordnen. „Zu wünschen wäre, dass sich Ärztinnen und Ärzte unabhängig beraten lassen, bevor sie zum Rezeptblock greifen“, sagte der Wissenschaftler. Das geplante Institut für Qualität in der Medizin könne hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Dem stimmte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) zu, die der Einladung zur Teilnahme an der Pressekonferenz der GEK gefolgt war.
Dr. med. Leonhard Hansen, Zweiter Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, beurteilte den GEK-Report als „lesenswert, aber leider in vielen Einzelheiten falsch“. So würden in Deutschland im internationalen Vergleich Generika am häufigsten verordnet. Zudem sei der Anteil der umstrittenen Arzneimittel an den ärztlichen Verordnungen in den vergangenen zehn Jahren von 27,8 auf 8,8 Prozent zurückgegangen.
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