ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2003Simultan mit Vlastimil Hort und Helmut Pfleger: „Ärzte spielen särr gutt Schach“

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Simultan mit Vlastimil Hort und Helmut Pfleger: „Ärzte spielen särr gutt Schach“

Dtsch Arztebl 2003; 100(25): A-1722 / B-1427 / C-1343

Werner, Helmut

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Die beiden Protagonisten des Eröffnungsabends der 11. Schachmeisterschaften für Ärztinnen und Ärzte, Vlastimil Hort (Foto rechts) und Dr. med. Helmut Pfleger (Foto unten), gingen getrennte Wege. Gewohnt, bei Schachübertragungen im Westdeutschen Fernsehen als Paar aufzutreten, das sich gegenseitig die „Bälle“ zuspielt, traten sie diesmal solo im Simultanspiel gegen 44 Gegner an. Hort musste seine Konzentration auf 32 Spieler richten, während Pfleger im Simultanspiel mit Uhrenhandicap – jeder Spieler hatte 90 Minuten Bedenkzeit, Pfleger für alle Partien insgesamt 90 Minuten – gegen 12 Gegner antrat.
Der tschechische Sympathieträger mit deutschem Pass – allen noch in Erinnerung durch seine Glanzvorstellung im Blindsimultan im letzten Jahr – hatte als kleiner Junge, als er mit Gelbsucht im Spital lag, erste Kontakte zum Schach bekommen, als ihm ein Arzt das Spiel beibrachte. Diese Affinität zu Ärzten verführte ihn jedoch nicht zum Leichtsinn. Der Großmeister, der 1984 gegen 616 Gegner im Simultanschach angetreten war (der Wettkampf dauerte 40 Stunden und fand einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde), ging höchstkonzentriert an seine Aufgabe heran. In der Anfangsphase gab er seinen Mitstreitern den einen oder anderen Tipp, benannte die unterschiedlichen Eröffnungen („Ja, das ist Nimzowitsch-Verteidigung“), kommentierte einzelne Züge und sparte nicht mit Lob („Ärzte spielen särr gutt Schach“).
Mit fortdauernder Spieldauer und steigendem Kaffeekonsum lichteten sich die Reihen der Kontrahenten, und kurz vor Mitternacht stand das
Endergebnis fest. Hort verbuchte 29 Siege und spielte dreimal remis – ein überragendes Ergebnis.
Weit vor Mitternacht hatte Helmut Pfleger seine Partien beendet. Das bei den Ärztemeisterschaften erstmals ausgetragene Simultanschach mit Uhrenhandicap fand großen Anklang und könnte zu einer festen Einrichtung werden. Der sportliche Aspekt, gegen zwölf Gegner unter Zeitdruck spielen zu müssen, stellte den Großmeister vor eine nicht leichte Aufgabe, die er aber souverän löste. Pfleger siegte zehnmal und spielte zweimal remis.
Fazit: Beide Großmeister, obwohl nicht mehr in der Bundesliga aktiv, präsentierten sich in blendender Spiellaune auf hohem Niveau und wussten ihr „Publikum“ „so ganz nebenbei“ noch glänzend zu unterhalten. Helmut Werner
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