ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2003Gedenktafel: Ehrung für den heiligen Doktor von Moskau

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Gedenktafel: Ehrung für den heiligen Doktor von Moskau

Dtsch Arztebl 2003; 100(25): A-1757

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LNSLNS Als heiligmäßiger Arzt ist er bereits im 19. Jahrhundert in die russische Literatur und Geschichte eingegangen. Nun beabsichtigt die katholische Kirche, den im Jahr 1780 in Bad Münstereifel geborenen Arzt und Philanthropen Dr. med. Friedrich Joseph Haass selig zu sprechen. Haass war von 1806 bis zu seinem Tod im Jahr 1853 nahezu ausschließlich in Moskau als Arzt tätig.
Zur Erinnerung an ihn, der sich als Chefarzt der Moskauer Gefängnisse und später in seinem dortigen Obdachlosenkrankenhaus der Häftlinge, der Nichtsesshaften, Bettler und Armen angenommen hatte, wurde in Köln kürzlich eine Bronzetafel enthüllt. In diesem Gebäude an der Marzellenstraße 32 in Köln, das seit dem 17. Jahrhundert unter anderem Jesuitenkolleg, Gymnasium und Priesterseminar war und das heute Erzbischöfliches Generalvikariat ist, befand sich zur Franzosenzeit
um 1800 die École centrale (Zentralschule). Hier studierte Haass bis 1802 philosophische, philologische, naturwissenschaftliche und medizinische Disziplinen. Seine medizinischen Studien setzte er in Jena, Göttingen und Wien fort.
Ihren Platz erhielt die neue Bronzetafel an der Straßenfassade des Kirchenverwaltungsgebäudes in einer Reihe von drei bereits vorhandenen Plaketten. Sie erinnern an den dort tätig gewesenen Theologen Matthias Joseph Scheeben (1835–1888), der auch in Bad Münstereifel Religionslehrer gewesen war, ferner an den Jesuiten, Philosophen, Theologen und entschiedenen Gegner der Hexenverfolgungen Friedrich von Spee (1591–1635) sowie an den Mathematiker und Physiker Georg Simon Ohm (1789–1854). Im Jahre 1826 hatte Ohm dort im Gebäude des heutigen Kölner Generalvikariats, das zu seiner Zeit Gymnasium war, die Relation zwischen Stromstärke, Spannung und Widerstand gefunden und damit das nach ihm benannte Grundgesetz der elektrischen Ströme entdeckt. EB
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