ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2003ASCOT-Studie: Atorvastatin – Herzinfarktrate und KHK-Mortalität reduziert

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

ASCOT-Studie: Atorvastatin – Herzinfarktrate und KHK-Mortalität reduziert

Dtsch Arztebl 2003; 100(25): A-1764

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Cholesterinsynthesehemmer Atorvastatin führt bereits in der Anfangsdosierung von 10 mg pro Tag zu einer signifikanten Reduktion der Rate nicht tödlicher Herzinfarkte und der KHK-Mortalität. Zu diesem Ergebnis gelangt die ASCOT-Studie (Anglo-Scandinavian-Cardiac-Outcomes-Trial), die beim Kongress des American College of Cardiology in Chicago vorgestellt und in Lancet publiziert wurde (2003; 361: 1149–1158).
ASCOT schließt mehr als 19 000 Patienten mit erhöhtem Blutdruck ein; hierbei wurde die Wirkung neuerer Antihypertensiva mit Standardtherapeutika in verschiedenen bezüglich der Häufigkeit kardialer Ereignisse über einen Zeitraum von fünf Jahren verglichen. Im „Lipid-Arm“ der Studie erhielt etwa die Hälfte der Patienten zusätzlich zur antihypertensiven Medikation entweder 10 mg Atorvastatin (Sortis®, Pfizer) oder Placebo.
Wie die Studienleiter Prof. Peter Sever (London) und Prof. Björn Dahlhöf (Göteborg) erläuterten, hatte das unabhängige Steering-Komitee bereits im September den Atorvastatin-Teil der Untersuchung nach nur 3,3 Jahren beendet, da eine Placebobehandlung wegen des signifikanten Nutzens der Behandlung mit dem Statin nicht mehr zu verantworten war.
Im Studienverlauf wurde der Unterschied immer größer Hinsichtlich der Ausgangsdaten bestanden zwischen den 5 168 Patienten der Atorvastatin-Gruppe und den 5 137 Patienten der Placebo-Gruppe keine statistisch signifikanten Unterschiede. Die Blutdruckwerte betrugen in beiden Gruppen zu Beginn 164/95 mm Hg und wurden im Laufe der Behandlung durch die parallele antihypertensive Therapie auf 138/80 mm Hg gesenkt.
Durch die Behandlung mit 10 mg Atorvastatin pro Tag sank das Gesamtcholesterin von 213 mg/dl auf 163 mg/dl (minus 23 Prozent) und das LDL-Cholesterin von 131 mg/dl auf 90 mg/dl (minus 33 Prozent). Das HDL-Cholesterin blieb in beiden Gruppen unverändert, die Triglyzeride wurden nur unter Atorvastatin um 22 Prozent reduziert.
Bezogen auf den primären Endpunkt traten während der Beobachtungsdauer von 3,3 Jahren unter Atorvastatin 100 Ereignisse auf, während unter Placebo 154 Ereignisse registriert wurden. Dies entspricht einer statistisch signifikanten relativen Risikoreduktion von 36 Prozent. Wie Sever erläuterte, war bereits unmittelbar nach Beginn der Therapie ein Unterschied zwischen Atorvastatin und Placebo erkennbar, der sich im Verlauf der Studie kontinuierlich vergrößerte. Auch bei der Inzidenz von tödlichen und nicht tödlichen Schlaganfällen – einem der sekundären Endpunkte – konnte durch Atorvastatin die Häufigkeit um 27 Prozent reduziert werden (Placebo 121 versus Atorvastatin 89 Schlaganfälle).
Weitere sekundäre Endpunkte, die statistisch signifikant reduziert wurden, waren die Anzahl kardiovaskulärer Ereignisse und Interventionen (minus 21 Prozent) sowie die Gesamtzahl von Koronarereignissen (minus 29 Prozent). Die Verträglichkeit von Atorvastatin wurde als gut bezeichnet und unterschied sich nicht von Placebo. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema