ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2003Studie: Unseriös gerechnet

Versicherungen

Studie: Unseriös gerechnet

Dtsch Arztebl 2003; 100(25): [71]

rco

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LNSLNS Die Lebensversicherer werben oft mit verlockenden Beispielrechnungen. Dabei kann der Verbraucher nicht immer erkennen, wie realistisch die Szenarien sind. So werden ihm Abschluss- und Verwaltungskosten der Verträge teilweise vorenthalten und zu hohe Zinsen in Aussicht gestellt. Einer Studie der Ratingagentur Assekurata und des Altersvorsorge-Experten Prof. Dr. Oskar Goecke, Fachhochschule Köln, zufolge ist eine von vier Beispielrechnungen nicht nachvollziehbar.
Laut Studie arbeiten die meisten Lebensversicherer solide. 77 Prozent der untersuchten Beispielrechnungen waren nachvollziehbar. 53 Prozent erreichten einen Deckungsgrad von mindestens 100 Prozent. Gut schnitten zum Beispiel die Lebensversicherung von 1871 und die Provinzial Leben Schleswig-Holstein ab. Auch Marktführer Allianz zeichnet sich durch realistische Angebote aus.
Bei acht Versicherern erwiesen sich allerdings mindestens vier Beispielrechnungen als unplausibel. 20 weitere Versicherer werben ebenfalls mit nicht nachvollziehbaren Angeboten. Für die Experten nicht seriös waren unter anderem die Rechnungen der Bayerischen Beamten Lebensversicherung, der Condor und der Vereinten Lebensversicherung. Sie erreichten lediglich durchschnittliche Deckungsgrade von unter 90 Prozent.
Da die Lebensversicherer im Wettbewerb um die Altersvorsorge bald keine priviligierte Stellung mehr haben, müssen sie mehr denn je mit verlässlichen Szenarien überzeugen. „So können sie sich von Investment- und Altersvorsorgefonds absetzen, die eine Verbindlichkeit ihrer Leistungen bisher strikt abgelehnt haben“, sagt Goecke. rco
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