ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2003Privathaftpflicht: Vorsicht unter sieben Jahren

Versicherungen

Privathaftpflicht: Vorsicht unter sieben Jahren

Dtsch Arztebl 2003; 100(25): [71]

rco

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LNSLNS Kinder genießen in unserem Rechtssystem einen besonderen Schutz. Erst mit sieben Jahren sind sie beschränkt deliktsfähig und können für von ihnen angerichtete Schäden zur Verantwortung gezogen werden.
Wer durch ein Kind unter sieben Jahren geschädigt wird, kann versuchen, die Eltern wegen Verletzung der Aufsichtspflicht zur Verantwortung zu ziehen. Allerdings wird das nicht in jedem Fall gelingen, denn die Beaufsichtigung muss nicht rund um die Uhr erfolgen. So dürfen Eltern ihre Kinder zum Beispiel auch schon mit sechs Jahren alleine zur Schule schicken. Kommt es auf dem Schulweg zu einem Schaden – zum Beispiel wenn der Sprössling ein Auto zerkratzt oder eine Fensterscheibe zerdeppert –, so müssen die Eltern nicht dafür haften. Auch das Kind selbst kann nicht haftbar gemacht werden. Die private Haftpflichtversicherung kommt für den entstandenen Schaden nicht auf.
Riskant leben Tagesmütter, die fürs Betreuen fremder Kinder bezahlt werden. Verursacht ein betreutes Kind einen Schaden, haftet die Betreuerin persönlich und unbegrenzt. Die Standard-Haftpflichtversicherungen springen hier nicht ein. Betreut die Tagesmutter das Kind hingegen aus reiner Gefälligkeit, zum Beispiel für Freunde oder Nachbarn, so zahlt die Haftpflichtversicherung den durch das Kind verursachten Schaden. Nur wenn Geld fließt, wird die Betreuung also als berufliche Tätigkeit eingestuft und ist nicht versichert.
Eine Haftpflichtversicherung kostet um die 100 Euro im Jahr. Wer einen Komfort-Tarif wählt, also mit Einschluss für bezahlte Tagesmütter, zahlt rund 15 Prozent mehr. rco
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