ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Arzneimittel: Mehr Engagement

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Arzneimittel: Mehr Engagement

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): A-1799 / B-1497 / C-1405

Stiksrud, Per

Zu klinischen Studien in der Kinderheilkunde:
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LNSLNS Bevor Arzneimittel praktische Anwendung finden können, müssen sie in klinischen Studien ihre Wirksamkeit und Sicherheit unter Beweis stellen. Bisher allerdings wurden klinische Prüfungen neuer Medikamente fast ausschließlich mit Erwachsenen durchgeführt, sodass für ca. 70 % in der Kinderheilkunde eingesetzte Arzneimittel entsprechende Daten nicht vorliegen. Bei Kindern sind solche Untersuchungen besonders wichtig, da sie sich durch Reifungs- und Differenzierungsprozesse der Organe, des Immun- und Nervensystems entscheidend von Erwachsenen unterscheiden. Entwicklungsprozesse sind für die Besonderheiten bei der Aufnahme, Verstoffwechselung und Ausscheidung von Medikamenten im Kindes- und Jugendalter verantwortlich. Daten klinischer Prüfungen von Erwachsenen können nicht ohne weiteres auf Kinder übertragen werden. Zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen und Überdosierungen sind systematische klinische Prüfungen neuer Medikamente in der Kinderheilkunde notwendig.
Uns fehlen aber klinische Studien in der Kinderheilkunde. Insgesamt wird deutlich, dass die spezifischen Voraussetzungen innerhalb der verschiedenen Entwicklungsstadien es nicht möglich machen, adäquate Daten für die Kinderheilkunde von Erwachsenenstudien zu extrapolieren. Für eine kindgerechte Arzneimitteltherapie sind daher klinische Prüfungen mit den unterschiedlichsten Altersgruppen notwendig. Nur die Betreuung durch Kinderärzte auch in der hausärztlichen Gemeinschaftspraxis kann eine kompetente adäquate Betreuung gewährleisten, da sie mit den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen vertraut sind. . .
Per Stiksrud, Oppelner Straße 27, 53119 Bonn
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