ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Chinin: Gute Therapieoption bei Wadenkrämpfen

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Chinin: Gute Therapieoption bei Wadenkrämpfen

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): A-1821

Wehr, Alexander

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LNSLNS Experten schätzen, dass etwa ein Drittel der Erwachsenenbevölkerung unter nächtlichen Wadenkrämpfen leidet. Diese seien eine „Crux medicorum“, weil in vielen Fällen keine eindeutige Ursache gefunden werden kann, erklärte Prof. Hans-Christoph Diener (Essen). Dabei handelt es sich bei nächtlichen Wadenkrämpfen um ein unangenehmes, quälend-schmerzhaftes und häufig therapieresistentes Leiden.
Die Ursachen können vielfältig sein: Neben Durchblutungs- oder Elektrolytstörungen kommen Stoffwechsel- und Infektionserkrankungen ebenso infrage wie neuromuskuläre Erkrankungen, Arzneimittelnebenwirkungen oder Intoxikationen. Eine wirkungsvolle Therapie der nächtlichen Wadenkrämpfe lässt sich mit Chininsulfat erzielen. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts sind die muskelrelaxierenden Eigenschaften von Chinin bekannt, betonte Dr. Wolfgang Grebe (Frankenberg).
Inzwischen liegen die Ergebnisse einer placebokontrollierten Multicenter-Studie vor, die Dr. Uwe Dethlefsen (Aachen) vorstellte: In 17 Praxen wurden 109 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren rekrutiert. Die Patienten mussten mindestens sechs Muskelkrämpfe in 14 Tagen gehabt haben. Das Studiendesign sah wie folgt aus: Nach einer 14-tägigen Run-in-Periode zur Erfassung der Einschlusskriterien wurden die Patienten während einer zweiwöchigen Therapiephase mit zweimal 200 mg Chininsulfat (Limptar® N zum Abendessen und vor dem Zubettgehen) täglich behandelt.
Im anschließenden Nachbeobachtungszeitraum erhielten die Probanden im Sinne eines „Wash-out“ keinerlei Medikation zur Therapie der Wadenkrämpfe mehr. Das Studienergebnis belegt, dass 80 Prozent der mit Chinin behandelten Patienten, im Vergleich zu 53 Prozent unter Placebo behandelten, eine Reduktion der Wadenkrämpfe um mindestens die Hälfte erfuhren.
Der Effekt von Chinin wurde darüber hinaus auch in der Nachbeobachtungsphase festgestellt. „Dies lässt auf einen verlängerten klinischen Effekt von Chinin schließen“, betonte der Experte. Das natürliche Alkaloid Chinin wird aus der Rinde des Chinarindenbaums gewonnen und ist für die Prophylaxe und Therapie nächtlicher Wadenkrämpfe zugelassen. Alexander Wehr

Pressekonferenz „Chininsulfat als Therapieoption bei nächtlichen Wadenkrämpfen“ der Firma Cassella-med in Hamburg
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