ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Morbus Parkinson: Frühe Diagnose und gezielte Therapie

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Morbus Parkinson: Frühe Diagnose und gezielte Therapie

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): A-1822

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Die Positronen-Emissionstomographie zeigt den Verlust der Nervenzellen in der Substantia nigra. Foto: GlaxoSmithKline
Die Positronen-Emissionstomographie zeigt den Verlust der Nervenzellen in der Substantia nigra. Foto: GlaxoSmithKline
Klinisch manifest zeigen sich die Parkinson-Symptome erst, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist – das heißt, wenn 60 Prozent der Nervenzellen im Bereich der Substantia nigra degeneriert sind. So ist die Frühdiagnose besonders wichtig. Untersuchungen der letzten Jahre konzentrierten sich auf Störungen der Stimmung, des Geruchssinns oder der Farbwahrnehmung, die bei einem Teil der Patienten vor der Manifestation der typischen Parkinson-Symptome auftreten.
„Die Trennschärfe dieser klinischen Untersuchungen, die auf ein beginnendes zerebrales Dopamindefizit hinweisen können, ist allerdings gering“, erläuterte Prof. Georg Becker (Universitätsklinik des Saarlandes, Homburg). Verlässlicher seien neuere nuklearmedizinische Verfahren, wie beispielsweise die Positronen-Emissionstomographie und die Single-Photonen-Emissionstomographie.
Mit einem weiteren neuen Verfahren, der transkraniellen Sonographie, kann möglicherweise ein Vulnerabilitätsfaktor für das Entstehen eines Morbus Parkinson identifiziert werden. Diese Methode erlaubt, sonographisch durch die intakte Schädelkalotte das Gehirn darzustellen, wobei Parkinson-Patienten eine deutlich höhere Signalintensität der Substantia nigra aufweisen. Solche Veränderungen können bereits bei Probanden ohne manifeste Symptome festgestellt werden. Weitere Studien würden zeigen müssen, ob dieses nichtinvasive Verfahren geeignet sein wird, Menschen mit erhöhtem Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken, herauszufiltern, sagte Becker.
Entwicklung eines Bluttests
Darüber hinaus forschen Wissenschaftler an der Identifizierung von Vulnerabilitätsgenen, mit deren Hilfe Personengruppen bestimmt werden können, bei denen die Wahrscheinlichkeit, an Parkinson zu erkranken, relativ hoch ist. Zudem arbeitet eine Würzburger Gruppe unter Prof. Peter Riederer an der Entwicklung eines Bluttests zur Frühdiagnostik von Morbus Parkinson.
Prof. Dr. Lachenmayer (Hamburg) bestätigte, dass bei Vorliegen neuroprotektiver Mittel, wie dem Dopaminagonisten Ropinirol, Parkinson-Patienten nicht erst bei Auftreten von funktionellen Beeinträchtigungen, sondern schon bei Diagnosestellung therapiert werden sollten. Wenn klinische Symptome vorlägen, müsste für eine langfristig effektive
Behandlung nach wie vor zwischen L-Dopa und einem Therapiebeginn mit Dopaminagonisten entschieden werden.
L-Dopa ist schnell wirksam, führt aber zu motorischen Komplikationen. Dopaminagonisten müssen langsam höher dosiert werden, vermeiden beziehungsweise verringern aber motorische Störungen, insbesondere Dyskinesien. Vor allem bei jüngeren Patienten empfiehlt Lachenmayer einen Therapiebeginn mit einem Dopaminagonisten. EB

Pressegespräch „Update Morbus Parkinson 2003: Fokus Frühdiagnose und Frühtherapie“ von GlaxoSmithKline anlässlich des 3. Parkinsonkongresses in Dresden
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