ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Osteoporose-Therapie mit Raloxifen bietet Zusatznutzen

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Osteoporose-Therapie mit Raloxifen bietet Zusatznutzen

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): A-1822

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Die ersten S-3-Leitlinien zur Therapie der Osteoporose sind verabschiedet. Eindeutig benannt sind hier Medikamente für die bestmögliche Therapie (A-Klassifikation). Dazu zählt neben zwei Bisphosphonaten auch der selektive Estrogen-Rezeptor-Modulator (SERM) Raloxifen.
Mit allen drei Wirkstoffen gelingt es, in Kombination mit Calcium und Vitamin D, die Rate vertebraler Frakturen auf etwa die Hälfte zu senken. Um ein derartiges Ereignis zu verhindern, müssen zwischen 14 und 20 Patienten behandelt werden – diese „number needed to treat“ liegt um rund eine
Zehnerpotenz niedriger als bei Statinen. Trotzdem herrsche in Deutschland eine eklatante Unterversorgung, kritisierte Dr. Jutta Semler (Berlin).
In der MORE-Studie (Multiple Outcomes of Raloxifen Evaluation) mit mehr als 7 000 Frauen wurde nach dreijähriger Therapie bei Patientinnen mit vorbestehender Wirbelfraktur ein um 55 Prozent reduziertes vermindertes Risiko für eine vertebrale Fraktur gesichert. Bei Frauen ohne dieses Ereignis beträgt die Risikoreduktion 30 Prozent. Ein Zusatznutzen ist bei postmenopausalen Frauen mit manifester Osteoporose oder hohem Osteoporoserisiko zu erwarten, wenn eine Mastopathie oder ein erhöhtes Mammakarzinomrisiko vorliegen. Prof. Dieter Felsenberg (Berlin) begründete diese Aussage mit Vierjahresdaten, bei denen das relative Risiko für einen invasiven Brustkrebs um 62 Prozent niedriger lag als unter Einsatz von Placebos.
Auch für Patientinnen, die zur Hochrisikogruppe für kardiovaskuläre Erkrankungen zählen, sei eine Schutzwirkung dokumentiert. Als Kontraindikation stufte der Referent ein hohes Thromboserisiko ein, da die Rate dieser Ereignisse unter Raloxifen (Optruma® von Merckle; Evista® von Lilly) um den Faktor zwei bis drei erhöht ist. Ob sich die Substanz auch für die Osteoporosetherapie bei Männern eignet, darüber wollten die Referenten nicht spekulieren. Dr. Renate Leinmüller

Einführungspressekonferenz „Optruma® – ein innovatives Osteoporosepräparat von Merckle“ in Frankfurt/Main
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