ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Privatliquidation: Neuer Abrechnungsservice

Versicherungen

Privatliquidation: Neuer Abrechnungsservice

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): [55]

Clade, Harald

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LNSLNS Das Angebot von Ärztlichen Verrechnungsstellen für privat abrechnende niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte wurde um eine Besonderheit erweitert: Erstmals hat sich die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) als maßgeblicher Kostenträger im Bereich der privatärztlichen Behandlung auf das Feld des Abrechnungsservices beziehungsweise der Verrechnung von Privatliquidationen begeben. Der Medizinische Dienst der privaten Kran­ken­ver­siche­rung, die vor sieben Jahren in Köln gegründete Firma Medicproof GmbH, deren Eigentümer der PKV-Verband in Köln ist, hat vor drei Jahren die privatärztliche (gewerbliche) Abrechnungsstelle Medcom GmbH in Montabaur (Peterhorststraße 7, 56410 Montabaur) übernommen.
Strategisch verfolgt Medicproof beziehungsweise der Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung zweierlei: Es soll einerseits den Beschwerden von Ärzten und ärztlichen Organisationen über Zahlungsausfälle und Zahlungsverzögerungen bei Privatpatienten nachgegangen werden. Andererseits garantiert die Verrechnungsstelle den Ärzten, die die Verrechnungsstelle mit ihren Liquidationen beauftragen, die Erstattung des vollen Liquidationsbetrages innerhalb von vier Wochen, und zwar unabhängig davon, ob der Patient, der sich als Versicherter weiterhin an seine Kran­ken­ver­siche­rung halten muss, an Medcom GmbH zahlt.
Nach Angaben der Geschäftsführer von Medcom GmbH berät die Verrechnungsstelle in Montabaur ihre ärztliche Klientel auch bei der Anwendung und Auslegung der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Dadurch sollen Fehler bei der Rechnungslegung von vornherein begrenzt oder ganz vermieden werden. Auf diese Weise soll das Arzt-Patienten-Verhältnis ungestört bleiben und vermieden werden, dass nach Abschluss der Privatbehandlung und Rechnungserstellung die Richtigkeit und Plausibilität der Arztrechnungen durch die private Kran­ken­ver­siche­rung überprüft und gegebenenfalls beanstandet wird. Nach eigenen Bekundungen garantiert Medcom, dass die Abrechnungsregeln der GOÄ strikt eingehalten werden.
Im Übrigen verweist Medcom GmbH auf relativ günstige, branchenunüblich niedrige Verwaltungskosten. Die Provision ist auf 2,5 Prozent des Liquidationsbetrages des Arztes begrenzt. Es werden keine Zuschläge für Sachkosten, Porti oder für die Erstattung bei Nichtzahlung durch den Patienten berechnet.
Der derzeitige Schwerpunkt der Medcom Service GmbH ist die Abrechnung von besonders teuren Dialyseleistungen. Wie der Geschäftsführer von Medicproof GmbH, Dr. jur. Hans Christoph Uleer, Köln/ St. Augustin, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt erklärte, gibt es bisher keine Probleme und Schwierigkeiten mit den Ärzten, die ihre Privatliquidation über die Montabaurer Firma abwickeln. Nach Angaben von Medcom GmbH werden die gesamte Infrastruktur und das Know-how der Datenverarbeitung und der EDV eingesetzt. HC
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