ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Börsebius zur MLP AG: Hungerleider

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zur MLP AG: Hungerleider

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): [56]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Fast nagen sie am Hungertuch. Die Vorstandsführungsmannschaft der MLP AG hat laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr lediglich Bezüge in Höhe von 103 102 Euro und 50 Cent erhalten. Da mag sich der erschrockene Leser dankbar zeigen, dass sich die Truppe um Chef Bernhard Termühlen überhaupt noch jeden morgen zum Arbeitsplatz schleppt, bei der kargen Entlohnung.
Na ja, so schlimm wird es wohl nicht sein, liegen doch die eben gezahlten Gehälter im Vergleich zur vorigen Berichtsperiode 80 Prozent niedriger. Wenn also genügend Notgroschen zurückgelegt wurden, mag das Darben doch nicht so gewaltig sein.
Außerdem haben die MLP-Oberen noch jede Menge Aufräumarbeiten zu leisten, vor allem was die Scherben zerbrochenen Aktionärsvertrauens anlangt, die in riesigen Haufen überall in Deutschland herumliegen. In der Tat sind ziemlich viele Geldanleger die wirklichen Hungerleider. Zu lange haben sie den beschwichtigenden Worten von Bernhard Termühlen geglaubt, es sei alles im Lot, nur die Presse sei so böse, um dann mit stetig steigendem Entsetzen dem horrenden Kursverfall der Aktie hinterherzustarren.
Von über 80 Euro kommend legte der Titel einen atemberaubenden Verfall hin, um bei einem Tiefstpunkt von 5,58 Euro wieder nach oben zu drehen. Dennoch dokumentiert der derzeitige Kurs von rund 12 Euro noch lange nicht den Beginn einer nachhaltigen Erholung, wie denn auch.
Der guten Ordnung halber sei aber lobend erwähnt, dass sich die MLP AG durchaus Mühe gibt, die Fehler der Vergangenheit auszumerzen, vor allem die bislang eher traurige Kommunikationspolitik wurde deutlich verbessert.
Allerdings lehnte sich MLP-Chef Termühlen beim Ausblick für 2003 ziemlich aus dem Fenster, der Vorsteuergewinn stiege in diesem Jahr auf 65 Millionen Euro. Wehe, diese Prognose erfüllt sich nicht. Armer Termühlen, der Kurs würde sich dann ziemlich sicher rächen.
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