ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2003Urlaubszeit: Policen checken

Versicherungen

Urlaubszeit: Policen checken

Dtsch Arztebl 2003; 100(26): [54]

Combach, Rolf

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LNSLNS Der Urlaub soll möglichst ungetrübte Freude bereiten. Dazu bedarf es einer umfassenden Planung. Mit in die Urlaubsprüfliste gehören auch Versicherungsfragen.
Wer eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, muss sich keine Gedanken über deren Gültigkeit im Ausland machen. Sie gilt weltweit. Wer noch keine gesonderte Unfallversicherung besitzt, sollte dies eventuell nachholen, weil die Urlaubszeit als unfallträchtige Zeit gilt. Eine Unfallversicherung kostet rund 40 Euro im Jahr (50 000 Euro Versicherungssumme bei Invalidität).
Sehr wichtig ist die Kran­ken­ver­siche­rung. Privat Versicherte genießen weltweiten Kran­ken­ver­siche­rungsschutz. Anders sieht es bei Mitgliedern der Gesetzlichen Krankenvericherung aus. Ihr Schutz reicht im Ausland oft nicht aus. Gesetzlich Krankenversicherte sind nicht abgesichert, wenn sie in ein Land fahren, mit dem kein Sozialabkommen besteht. Dazu zählen unter anderem die USA, Japan, Kanada, Israel, die meisten afrikanischen Staaten, die Länder Osteuropas und Australien. Wer in diese Länder reist, sollte eine private Auslandsreise-Kran­ken­ver­siche­rung abgeschlossen haben. Als Kurzzeit-Police kostet sie zwischen 0,25 und 0,50 Cent pro Tag und Person. Eine Jahrespolice ist zwischen 6 und 15 Euro zu haben.
Ob im Urlaub oder nicht: Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder abgeschlossen haben. Der Ehepartner und minderjährige Kinder sind automatisch mitversichert. Die Police kostet rund 65 Euro im Jahr. Ältere Verträge gelten nicht im Ausland. Wer Gastkinder über sieben Jahre mit in den Urlaub nimmt, sollte sich auch bei Inlandszielen vergewissern, ob die Eltern des Kindes vorgesorgt haben. Für die möglichen „Untaten“ von Gastkindern bis sieben Jahren ist die Haftpflichtversicherung der aufsichtsführenden Gasteltern zuständig.
Eine Rechtsschutzversicherung macht sich dann bezahlt, wenn man im Ausland in einen Autounfall verwickelt wird. Dessen Abwicklung kann kostspielig und langwierig sein. Eine Rechtsschutzversicherung kostet rund 40 Euro pro Jahr. Nützlich ist darüber hinaus der Auto-Schutzbrief, der weitere Leistungen beinhaltet. Diese Verkehrsservice-Versicherung ist ratsam für Autotouristen, weil sie bei Fahrer- und bei Fahrzeug-Ausfall die Rückholung organisiert und auch nötige Zusatzübertragungen zahlt. Kosten: rund 30 Euro im Jahr.
Die Reisegepäckversicherung haftet für Koffer, alles per Fracht Vorausgeschickte, das, was man an Kleidung trägt und sämtliche lose mitgenommenen Gegenstände. Da die Reisegepäckversicherer wegen der hohen Schäden recht restriktiv geworden sind, lohnt sich eine solche Versicherung kaum. 1 500 Euro Gepäckversicherung kosten pro Jahr rund 50 Euro.
Autofahrer, die für ihre Urlaubsreise eine kurzfristige Vollkaskoversicherung abschließen wollen, sollten sich überlegen, ob sie sich mit einer Vollkaskoversicherung für das ganze Jahr nicht besser stehen. Denn Kurzfrist-Kasko-Policen sind sehr teuer. Die für die Haftpflichtversicherung geltenden schadenfreien Jahre werden üblicherweise auch in der Vollkaskoversicherung angerechnet, wenn der Vertrag für mindestens ein Jahr abgeschlossen wurde. Wer eine kurzfristige Vollkaskoversicherung nur für den Urlaubsmonat abschließen will, für den legen die Versicherer in der Regel den sehr teuren Anfängerbeitragssatz zugrunde. Rolf Combach
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