ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1996Hausärzte: Keine Lösung

SPEKTRUM: Leserbriefe

Hausärzte: Keine Lösung

Bock, Fritjof

Zu dem Beitrag "Allgemeinärzte fordern separate Honorartöpfe" von Dr. rer. pol. Harald Clade in Heft 40/1996
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LNSLNS Dieser Artikel stellte eine Absage an die hochqualifizierte fachärztliche ambulante Betreuung der Bevölkerung dar. Es wird behauptet, daß die hausärztliche Tätigkeit bedroht ist durch die dynamisch sich entwickelnde Mengenausweitung im fachärztlichen Sektor. Die statistischen Zahlen der einzelnen KVen belegen jedoch hier ein krasses Gegenteil. Gerade im hausärztlichen Sektor hat eine enorme Mengenausweitung stattgefunden, während auf dem fachärztlichen Sektor die Mengenausweitung lediglich durch Höherdotierung einzelner Leistungen erzielt wird, das heißt, die einzelnen Leistungen wurden deswegen nicht öfter erbracht. Der BDA spricht von einer "Gefahr im fachärztlichen Bereich", da dort in größerem Umfang innovative Leistungen erbracht werden. Eine Unterbindung von Innovation in der ambulanten Versorgung würde einen Rückschritt in der Medizin beziehungsweise im Gesundheitswesen bedeuten. Gerade die Innovation ist es doch, die dem Prinzip "soviel ambulant wie möglich, sowenig stationär wie nötig" am ehesten entgegenkommt. Hier müßte eher die Forderung stehen, daß im Bereich der hausärztlich/allgemeinmedizinischen Versorgung eine Innovation stattfinden sollte, die dann auch dementsprechend honoriert werden muß.
Auch ist es unrichtig, daß die Primärinanspruchnahme von Fachärzten mehr Kosten verursachen würde. Im Gegenteil würde eine qualifizierte Behandlung durch Vorschalten eines Hausarztes verzögert und verteuert werden, vor allem in der Traumatologie. An dieser Stelle ist eher zu fordern, daß der Zugang zu Großgeräten kanalisiert werden müßte, zum Beispiel durch vorherige Konsultation eines Facharztes, in dessen Gebiet die Indikation zur Untersuchung fällt.
Allein durch die Spaltung der Honorartöpfe mit dem Ziel, in den Hausarzttopf größere Finanzmittel fließen zu lassen, läßt sich die Misere jedenfalls nicht lösen.
Dr. med. Fritjof Bock, Marienplatz 79 – 81, 88212 Ravensburg
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