ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2003Reformpläne: Kröten und Kronjuwelen

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Reformpläne: Kröten und Kronjuwelen

Dtsch Arztebl 2003; 100(27): A-1832 / B-1524 / C-1432

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LNSLNS AOK kritisiert Pläne für Qualitätszentrum.
Nach den Ärzten hat auch die AOK das von der Bundesregierung geplante Zentrum für Qualität in der Medizin heftig kritisiert. Das Institut dürfte in der vorgesehenen Gestalt nicht entscheidungsfähig sein, weil jeder Beteiligte per Veto Entscheidungen blockieren könne, warnte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Hans Jürgen Ahrens. Der Verwaltungsratsvorsitzende des Verbandes, Gert Nachtigal, bezeichnete das Zentrum als „absolut kontraproduktiv“. Es schränke die Kompetenzen der Betroffenen über Gebühr ein und leiste
jedem Vorwurf einer Staatsmedizin Vorschub. Die AOK schlägt stattdessen vor, ein Qualitätszentrum innerhalb der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zu bilden und diesem ein wissenschaft-
liches Institut unterzuordnen. Mitglieder wären die Vertragspartner.
Trotz einzelner Kritikpunkte bewertete die AOK den Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform grundsätzlich positiv. Als „Kronjuwel“ unter den Neuregelungen bezeichnete Ahrens den geplanten Vertragswettbewerb. Kröten, die man schlucken müsse, seien dagegen die Aufgabe der paritätischen Finanzierung und Zuzahlungserhöhungen.
Unterdessen kritisierte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, den Gesetzentwurf als reine Kostendämpfung, die die GKV nicht zukunftsfest machen könne. Dadurch gehe dringend benötigte Zeit verloren, die für den notwendigen Umbau der GKV erforderlich sei, warnte Montgomery.
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