ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2003Seehofers Modell – Schweizer Modell

POLITIK

Seehofers Modell – Schweizer Modell

Dtsch Arztebl 2003; 100(27): A-1848

Kg

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Grundrente
Wer 65 Jahre alt ist und mehr als 30 Jahre in Deutschland gelebt hat, erhält eine Rente von monatlich 410 Euro, was in etwa der Leistung der Sozialhilfe entspräche. Gesetzliche Renten, Beamten- und Politikerpensionen werden um diesen Betrag gekürzt. Die Basisrente würde damit durch die weiterhin aus Umlagen zu finanzierende gesetzliche Rente ergänzt, deren Niveau jedoch abgeschmolzen würde.

Finanzierung
Jeder zahlt von seinem steuerpflichtigen Einkommen eine Abgabe von 4 bis 5 Prozent. Das gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Beamte, Selbstständige, Freiberufler und Landwirte. 40 Prozent der bisherigen Bundeszuschüsse sollen zur Finanzierung der Grundrente beitragen; 60 Prozent davon kämen weiterhin der Rentenversicherung zugute. Der Beitrag der Versicherten und der Arbeitgeber zur Rentenversicherung könne um jeweils 4 Prozent gesenkt werden, schätzt Seehofer.
Schweizer Modell
Beitragspflichtig sind alle in der Schweiz ansässigen Bürger. Der Beitrag summiert sich auf 10,1 Prozent der Erwerbseinkommen, von denen bei Arbeitnehmern der Arbeitgeber die Hälfte übernimmt. Selbstständige zahlen nach Einkommen gestaffelt zwischen 5,1 und 9,5 Prozent. Die Sockelrente beträgt je nach Dauer der Beitragszahlung zwischen 715 und 1 430 Euro; das ist weniger als das offizielle Existenzminimum. Die erste Säule wird durch obligatorische kapitalgedeckte Betriebsrenten ergänzt. Die Renteneinkommen werden dadurch auf etwa 60 Prozent der letzten Bruttoeinkommen angehoben. Entscheidend ist jedoch der angesparte Kapitalbetrag. Mindestens die Hälfte der Beiträge haben die Arbeitgeber zu leisten. Zusätzlich wird die private Altersvorsorge, der Höhe nach begrenzt, von der Steuer freigestellt. Die Finanzierung der Sockelrente ist längerfristig nur über die Anhebung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte zu sichern. Der Kurssturz an den Börsen bringt auch das System der betrieblichen Vorsorge in Schwierigkeiten. Kg
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