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HIV.Net 2003

Dtsch Arztebl 2003; 100(27): A-1866

Kamps, Bernd; Hoffmann, Christian

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LNSLNS HIV/Aids: Unentbehrlicher Helfer
Bernd Kamps, Christian Hoffmann (Hrsg.): HIV.Net 2003. Steinhäuser-Verlag, Wuppertal, 2003, 686 Seiten, gebunden, 40 €
Das Management von HIV/ Aids hat sich in den letzten Jahren mehr als bei jeder anderen vergleichbaren schweren Erkrankung zum Guten gewandelt. Ein seit Mitte der 90er-Jahre neues Verständnis der Virusreplikation, die Möglichkeit, die HI-Virusmenge direkt im Blut zu messen und neue Kombinationstherapien waren dafür entscheidende Faktoren. Nur noch selten sterben in den westlichen Ländern Patienten an Aids. Die Mortalität hat dramatisch abgenommen. Manche Patienten können mit zwei Tabletten pro Tag erfolgreich behandelt werden. 20 neue Substanzen werden die bisher 16 verwendeten Medikamente in den kommenden Monaten und Jahren ergänzen und die bei vielen Patienten sehr komplexen Therapiestrategien ergänzen.
Die Herausgeber haben ein Standardwerk – Zielgruppe sind in erster Linie Ärzte – zum Management von HIV/Aids vorgelegt. Als Autoren konnten sie junge, qualifizierte Wissenschaftler gewinnen, von denen wir in der dritten Dekade des Kampfs gegen HIV/Aids noch deutlich mehr hören werden. Geographisch auf die wichtigsten Arbeitsgruppen in Deutschland verteilt, berücksichtigen die Autoren alle wichtigen Themen – von Therapiestrategien und Resistenzentwicklungen über Management von Nebenwirkungen bis zur Behandlung von opportunistischen Infektionen und anderen Komplikationen.
Mit psychologischen und sozialen Komponenten der Erkrankung hält sich das fast 700 Seiten starke Buch von der Größe und vom Gewicht eines Ziegelsteins nicht lange auf. Migranten, die zweitgrößte Betroffenengruppe in Deutschland, und die erheblichen Probleme der Entwicklungsländer sind der stark medikamentenlastigen Sichtweise dabei zum Opfer gefallen. Für Bilder war kein Platz und bei manchen Kapiteln kann man den Autor zwar unschwer erraten, mitgeteilt wird er aber nicht.
Das Buch wird wegen seiner pragmatischen, die Normalität der Erkrankung betonenden Vorgehensweise zum unentbehrlichen Helfer im inzwischen sehr komplexen HIV-Therapiegeschehen werden und setzt damit eine gute, zum Beispiel von den Frankfurter und Berliner Arbeitsgruppen, begründete Tradition fort. Hans Jäger
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