ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2003Tödliche Dysnatriämie nach elektiver Koloskopie

Referiert

Tödliche Dysnatriämie nach elektiver Koloskopie

w

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Eine Koloskopie ab dem 55. Lebensjahr zählt seit Oktober 2002 im Abstand von zehn Jahren zur gesetzlichen Krebsvorsorgeleistung. Eine Koloskopie macht nur Sinn, wenn der Darm durch entsprechende Maßnahmen ge-reinigt ist, in der Regel durch Abführmaßnahmen und Trinken einer isotonen Elektrolytlösung.
Die Autoren berichten über drei Patienten, die im Rahmen der Darmvorbereitung mit vier Liter Golytely eine massive Hyponatriämie entwickelten in Verbindung mit Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und einer vermehrten Flüssigkeitszufuhr.
Bei zwei der drei Patienten lag ein terminales Nierenversagen der Elektrolytentgleisung zugrunde. Primär führt die Kolonlavage mit isotoner Elektrolytlösung nicht zu einer Änderung der Natriumkonzentration im Serum, bei gestörter Nierenfunktion kann es jedoch zu einer massiven Entgleisung im Sinne einer Hypo-, aber auch einer Hypernatriämie kommen, deren Erkennung durch die üblichen sedierenden Maßnahmen verzögert werden kann.
w

Ayus J C, Levine, R, Arieff A I: Fatal dysnatraemia caused by elective coloscopy. BMJ 2003; 326: 382–384.

Dr. J. C. Ayus, Department of Medicine University of Texas Health Sciences Center San Antonio, TX 78284, USA, E-Mail: carlosayus@yahoo.com
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote