ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2003Analgesie im Krankenhaus: Schmerzkurve ist wichtig wie Temperatur und Puls

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Analgesie im Krankenhaus: Schmerzkurve ist wichtig wie Temperatur und Puls

Dtsch Arztebl 2003; 100(27): A-1890

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Weniger als 40 Prozent der Schmerzen, die stationäre Patienten empfinden, werden von Ärzten und Pflegepersonal wahrgenommen. Durch ein fest integriertes Schmerzkonzept, ist das Schmerzmanagement in der Klinik nachweislich erheblich zu verbessern. Dr. Oliver Kremer belegt seine Forderung durch Untersuchungen in einer Kölner Klinik.
Die Patienten der chirurgischen Grund- und Regelversorgung gaben nach Einführung des Schmerzkonzepts eine signifikant verminderte Schmerzintensität an und waren subjektiv weitaus zufriedener. Kremer plädierte deshalb dafür, bei postoperativen und posttraumatischen Patienten eine tägliche Schmerzkurve aufzustellen. „Das ist so wichtig – oft wichtiger als eine Temperatur- und Pulskurve“, verdeutlichte er seine Erfahrungen.
Für ein effektives postoperatives Schmerzmanagement empfahl Dr. Uwe Junker (Remscheid) das „umgekehrte WHO-Stufenschema“ bei:
- leichten Schmerzen NSAR/Metamizol,
- mittleren Schmerzen den „Würzburger Tropf“ (500 ml NaCl, 300 mg Tramal, 2,5 g Novaminsulfon und 2,5 mg Dehydrobenzperidol),
- starken Schmerzen die Kombination von Piritramid und Metamizol – jeweils zusammen mit regionalanästhesiologischen Verfahren.
Bei Patienten mit elektiven Eingriffen oder aber Tagespatienten können sedierende Begleiteffekte von intraoperativ eingesetzten kurzwirksamen Opioden unerwünscht sein, andererseits reicht die analgetische Potenz herkömmlicher NSAR nicht immer aus. In diesen Fällen eröffnet der parenteral applizierbare selektive COX-II-Hemmer Parecoxib (Dynastax®) durch rasche, lang anhaltende Analgesie ohne Sedierung und Einfluss auf Thrombozytenaggregation eine neue Option im therapeutischen Vorgehen – sowohl bei der Monotherapie als auch in der Kombination mit Opioid-Analgetika.
Junker berichtete über einen deutlich verminderten Opioidverbrauch nach laparoskopischer Cholezystektomie, wenn den Patienten bereits präoperativ 40 mg Parecoxib verordnet wurden. Als Konzept für die Zukunft zeichne sich auch die orale Gabe von Valdecoxib (noch nicht zugelassen) postoperativ als Möglichkeit ab, um die patientenkontrollierte Opioid-Analgesie auszuschleichen. Dr. Renate Leinmüller

Seminar der Firmen Pfizer und Pharmacia: „Schmerz im Krankenhaus“ im Rahmen des Deutschen Schmerztages in Frankfurt/Main
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