ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1996Praxisbudget: Eine Meisterleistung des Nichts

SPEKTRUM: Leserbriefe

Praxisbudget: Eine Meisterleistung des Nichts

Seimer, Sigmar

Zu dem Beitrag "Neues Vergütungsmodell für Kassenärzte" in Heft 36/1996
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LNSLNS Der Leitartikel dieses Heftes ist eine Meisterleistung des Nichts! Ein Märchenbuch ist in sich schlüssig und somit verständlich in seiner Aussage. Dieser Artikel ist voller märchenhafter Phrasen, bei denen der Nachsatz nicht weiß, was der Vorsatz beinhaltete. Restriktive Regelung, allesamt Notlösungen, untragbarer Zustand, sie können nicht mehr lange andauern. Der neue EBM ist nicht die Ursache für die Misere, sondern die Politik. Wie das wohl? Kaum ist der KBV, nachdem sie in den Brunnen gefallen ist, eingefallen, intensivere Vorarbeiten, zahlreiche Beratungen, um aus der akuten Misere herauszukommen, durchzuführen.
Es geht also nicht um einen neuen EBM, aber alles an ihm wird in Frage gestellt. Neben dem neuen EBM braucht man also noch eine Rechenfibel, um die arztgruppenspezifische Fallpunktzahl mit den kurativ ambulanten Behandlungsfällen zu multiplizieren, und ähnliche Rechenverfahren. Der EBM legt Bewertungsrelationen fest, und den einzelnen Länder-KVen bleibt es nicht erspart, neue Berechnungsgrundlagen für die vor Ort notwendigen Honoraranteile vorzunehmen.
Obwohl es beim EBM bleiben soll, wird mittels Fragebogenaktion – wer soll das eigentlich alles bezahlen – eine Wirtschaftsprüfergesellschaft den rechten, den wahren Weg zur Honorarvergütung erbrachter Leistungen aufzeigen.
Wofür kriegen eigentlich unsere KBV-Funktionäre ihr Salär, wenn ihnen Lösungen in der Not erst als Notbremse einfallen? Hätte man nicht schon am Anfang der Diskussion über einen neuen EBM eine sachkompetente Wirtschaftsprüfergesellschaft beauftragen können, mit ihrer Sachkompetenz einen geeigneten EBM zu entwickeln?
Die Finanzierung dieses Unternehmens hätte nur die KBV-Funktionäre etwas gekostet, denn deren Salär hätte man zur Bezahlung dieser Gesellschafterarbeit verwenden können.
Dr. med. Sigmar Seimer, Öjendorfer Damm 52, 22043 Hamburg
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