BRIEFE

Bedarf: Harte Zeiten

PP 2, Ausgabe Juli 2003, Seite 323

Scheurmann, Erich

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LNSLNS Was steckt wirklich hinter der Aussage: Psychische Erkrankungen steigen? Wie sind die Statistiken der Krankenkassen zu interpretieren? Eine sarkastische Deutung wäre: Diese Zahlen spiegeln nur die Tatsache wider, dass im Rahmen der Übergangsbestimmungen des Psychotherapeutengesetzes eine enorm hohe Zahl von Zulassungen erfolgte, und diese Leute suchen sich nun natürlich ihren Markt. Aber wussten wir nicht schon immer, dass die im Rahmen des Erstattungsverfahrens durchgeführten Therapien von den Krankenkassen niemals richtig offengelegt wurden? Haben wir hier nun die Zahlen von dem, was insgeheim von uns schon immer geleistet wurde? Oder ist die Zahl der psychischen Erkrankungen etwa wirklich gestiegen? Aber wo sind die wissenschaftlich exakten Zahlen dafür zu finden? In den Statistiken der Krankenkassen? Wohl kaum. Subjektiv habe ich schon seit längerer Zeit den Eindruck, als sei die Nachfrage nach Therapie gewaltig gestiegen. Diesen Eindruck muss man wohl auch haben, wenn man hört, dass viele Kollegen Wartezeiten von bis zu einem Jahr haben. (Was übrigens weder die KVen noch die Krankenkassen zu kümmern scheint.) Aber gewusst hätte ich’s schon gern, wie’s mit der Psyche aussieht in diesen Zeiten des allgemeinen Niedergangs. Es gibt ja Leute, die sagen, in den wirklich harten Zeiten hätten die Menschen eher weniger gelitten, und nach harten Zeiten sieht es ja aus.
Erich Scheurmann, Psychologischer Psychotherapeut, Neuer Weg 1, 63683 Ortenberg
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