ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2003Behandlungserfolg: Klinische Relevanz messen

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Behandlungserfolg: Klinische Relevanz messen

PP 2, Ausgabe Juli 2003, Seite 326

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LNSLNS Das Ergebnis einer psychotherapeutischen Behandlung ist meist nicht ein reiner Erfolg oder Misserfolg; vielmehr gibt es verschiedene Grade des Behandlungserfolgs. In Forschung und Praxis werden folgende Stufen unterschieden: geheilt, verbessert, unverändert und verschlechtert. Diese Abstufung geht auf Jacobson und Truax (1991) zurück, die ein gängiges Verfahren entwickelt haben, um die klinische Relevanz von Behandlungserfolgen einschätzen zu können. Dieses Verfahren (JT method) sieht dafür zwei Schritte vor: Erstens wird anhand der Normalbevölkerung festgelegt, welche Ausprägungen psychischer Probleme funktional oder dysfunktional sind. Statistische Maße und Grenzwerte helfen bei der Bestimmung des Schweregrads und Einordnung der Patienten. Zweitens werden vor und nach der Behandlung mit standardisierten Verfahren die Ausprägungen der psychischen Probleme der Patienten verglichen. Hierbei zeigt sich nicht nur, ob die Symptome reduziert werden konnten, sondern auch, ob der Patient vom dysfunktionalen in den funktionalen Bereich übergewechselt ist. Neben dieser weit verbreiteten Methode gibt es noch andere Verfahren, um die klinische Relevanz von Behandlungserfolgen zu messen. Die Autoren, die diese Verfahren an einer Gruppe von 128 Depressiven testeten, stellten fest: „Alle Verfahren sind gleich sensitiv.“ Auch die Fähigkeit dieser Verfahren, Rückfälle zu prognostizieren, ist ähnlich ausgeprägt. Momentan gilt die JT method als Methode der Wahl. ms

McGlinchey JB, Atkins DC, Jacobson NS: Clinical Significance Methods: Which One to Use and How Useful Are They? Behavior Therapy 2002; 33: 529–548.

McGlinchey JB, Department of Psychology, University of Washington, 1107 N.E. 45th St., #310, Seattle, WA 98105, joemeg@u.washington.edu
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