ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2003Nahtodeserfahrung: Mehr Ehrfurcht vor dem Mysterium

BRIEFE

Nahtodeserfahrung: Mehr Ehrfurcht vor dem Mysterium

Dtsch Arztebl 2003; 100(28-29): A-1929

Ulbrich, Alexander

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Den Artikel habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen: einerseits erfreut, dass solche Grenzbereiche zur exakten Wissenschaft auch mal zur Sprache kommen. Ist der Mensch als „Per-son“ doch mehr als Biochemie, Physiologie, Abhandlungsort seiner Psychopathologie im Lehrbuch und die statistische Aufarbeitung hin zu Überlebensraten. Was soll denn durch ihn hindurch-tönen, „per-sonieren“, wenn nicht dieses Mehr? Die Atome, Moleküle und Statistiktabellen etwa?
Andererseits schreibt Schröter-Kunhardt: „Zweifellos sind NDEs dissoziative Leistungen zum Schutz des Ich vor dem Überwältigtwerden durch extreme Schmerzen und körperliche Destruktion in Todesgefahr.“ Da ist sie wieder, diese platt-unziemliche Arroganz eines in seiner Sicht Beschränkten, der glaubt, alles in seine Ebene pressen zu können und zu dürfen. Solch ein Ergebnis kann nur Murks sein; wie wenn der Blinde von der Farbe spricht.
Was solchen Aussagen abgeht, ist die „Ehrfurcht vor dem Mysterium“. Meine schwer formulierbare Haltung hat Dostojewskij in seinem Idioten wunderbar in Worte fassen können: „Das Wesen des religiösen Empfindens lässt sich durch keinerlei Spekulationen erfassen, wird von keinem Vergehen und Verbrechen berührt und liegt außerhalb aller Atheismen; es ist etwas anderes und wird ewig etwas anderes sein; es ist etwas, über das jeglicher Atheismus hinweggleiten wird und das er nie beurteilen kann.“
Dr. Alexander Ulbrich, Birkheckenstraße 1, 70599 Stuttgart
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige