ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2003Lifestyle-Medikamente und körperdysmorphe Störungen: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Lifestyle-Medikamente und körperdysmorphe Störungen: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(28-29): A-1950 / B-1617 / C-1525

Linse, Ruthild

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LNSLNS Die Klassifikation und die Diagnosestellung der körperdysmorphen Störungen ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. So werden aktuell nebeneinander die Dysmorphophobie im ICD-10 (F 45.2) als Unterform der hypochondrischen Störung und im DSM IV die körperdysmorphe Störung (300.7) mit drei eigenständigen diagnostischen Kriterien beschrieben.
Aus Sicht der Autoren ist die Klassifikation im DSM IV aktuell auch unter praktischen klinischen Aspekten zu bevorzugen. Die endgültige Einordnung und Klassifizierung hängt von weiterführenden Studien hinsichtlich der differenzialdiagnostischen Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen sowie den Komorbiditäten ab.
Die therapeutischen Konsequenzen müssen individuell festgelegt werden und können sowohl psychodynamische Psychotherapie, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie oder psychopharmakologische Therapiestrategien beinhalten. Personen mit einer körperdysmorphen Störung, die zusätzlich eine wahnhafte Störung mit körperbezogenem Wahn aufzeigen, insbesondere wenn ihre Beschäftigung mit einem vermeintlichen Defekt im Aussehen wahnhaftes Ausmaß annimmt, sollten aus Sicht der Autoren dringend eine Psychopharmakotherapie erhalten.
Entsprechend wurde auch von den Autoren vorgeschlagen: „Bei der wahnhaften Form steht die medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka und beim nicht wahnhaften Typ eine adäquate Psychotherapie im Vordergrund der Behandlungsstrategie.“
Wir unterstützen die Auffassung, dass bei nicht wahnhaften Formen der körperdysmorphen Störungen nach gelungener Motivation einer Psychotherapie diese an erster Stelle stehen sollte und haben in dem Artikel mögliche Therapieziele dargelegt. Die Gleichsetzung psychischer Störungen mit Psychopharmakotherapie lehnen wir ebenfalls wie Herr Kollege Dr. Rabenbauer strikt ab. Dies wurde auch nicht postuliert.

Prof. Dr. med. Ruthild Linse
Klinik für Hautkrankheiten
Helios Klinikum Erfurt
Nordhäuser Straße 74
99089 Erfurt

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