ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2003Chronische Bronchitis: Moxifloxacin bietet zahlreiche Vorteile

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Chronische Bronchitis: Moxifloxacin bietet zahlreiche Vorteile

Vetter, Christine

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LNSLNS Bei der antibiotischen Behandlung von Atemwegsinfektionen wird von modernen Wirkstoffen mehr erwartet werden als die Abheilung der Infektion: Das Antibiotikum muss zuverlässig wirksam sein; es sollte einen raschen Heilungsprozess vermitteln und – zum Beispiel bei der chronischen Bronchitis – das Auftreten erneuter Exazerbationen hinauszögern. Dass dies keine unrealistischen Forderungen sind, zeigt die MOSAIC-Studie*, deren erste Daten beim 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in München vorgestellt wurden.
Randomisierung erfolgte erst bei erneuter Exazerbation
Die Studie hatte ein aufwendiges Design: Eingeschlossen wurden Patienten mit chronischer Bronchitis und wiederkehrenden Episoden einer akuten Exazerbation (AECB) – und zwar während der stabilen Phase der Erkrankung, erklärte Prof. Tom Schaberg (Rotenburg). Die Randomisierung erfolgte erst beim Auftreten einer erneuten AECB. Dies hatte zur Folge, dass 354 Patienten fünf Tage lang mit 400 mg Moxifloxacin (Avalox®) täglich behandelt wurden, während die zweite Gruppe mit 376 Patienten sieben Tage lang ein Standardantibiotikum (500 mg Amoxicillin oder 500 mg Clarithromycin oder 250 mg Cefuroxim) täglich erhielt. Es schloss sich eine Nachbeobachtungszeit von bis zu neun Monaten an. Mit diesem Design wird nach Aussage von Schaberg eine wichtige Lücke bei den klinischen Studien zur AECB geschlossen, da erstmals auch der Zustand vor der Exazerbation berücksichtigt wird sowie der Langzeitverlauf nach Abheilung der akuten Infektion.
Die ersten Daten deuten eine Überlegenheit von Moxifloxacin an. Das Chinolon bewirke eine mit 70,9 Prozent signifikant höhere klinische Heilungsrate als die Vergleichssubstanzen mit 62,8 Prozent. „Der Unterschied war unabhängig von der Lungenfunktion, vom Alter der Patienten, von der Komorbidität, der Frequenz der akuten Exazerbationen vor dem Einschluss und auch unabhängig von der Dauer der COPD“, erklärte Schaberg.
Signifikant höher waren zudem die bakteriologischen Eradikationsraten. Sie lagen unter Moxifloxacin bei 76,8 Prozent gegenüber 67,5 Prozent bei den Standardantibiotika. Die Vorteile der Therapie mit diesem Chinolon setzen sich in der Nachbeobachtungsphase fort. So wurde in der Moxifloxacingruppe seltener als unter den Standardantibiotika eine erneute Antibiotikagabe notwendig.
Auffällig war ferner, dass erneute AECBs offenbar später auftreten: So dauerte es in der Moxifloxacin-Gruppe im Mittel 132,8 Tage, in der Vergleichsgruppe aber nur 118 Tage, bis eine erneute akute Exazerbation zu behandeln war. „Der Unterschied ist statistisch signifikant und in dieser Form noch für kein Antibiotikum gezeigt worden“, sagte Schaberg. Dass es Substanzvorteile über die antibakterielle Wirkung hinaus beim Moxifloxacin gibt, hat bereits die TARGET**-Studie gezeigt, deren Daten in München Dr. Santiago Ewig (Bochum) präsentierte.
In der prospektiven randomisierten Untersuchung wurden 628 Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie im Rahmen einer i.v./oralen Sequenztherapie mit 400 mg Moxifloxacin oder mit einmal täglich 1,2 g Amoxicillin-Clavulansäure (gegebenenfalls plus zweimal täglich 500 mg Clarithromycin) behandelt. Unter Moxifloxacin war die Heilungsrate eindeutig besser (93 versus 85 Prozent) und rascher – und zwar unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Nach Aussage von Ewig waren die Patienten im Durchschnitt einen Tag früher fieberfrei und konnten statistisch einen Tag früher aus der Klinik entlassen werden, was auch wirtschaftliche Implikationen hat.
Aufgrund der guten klinischen Resultate bei Atemwegsinfektionen und der hohen In-vitro-Aktivität der Substanz wird derzeit die Zulassungserweiterung von Moxifloxacin für die Indikationen komplizierte Haut-, Weichteil- und Bauchrauminfektionen geprüft. Christine Vetter

Satellitensymposium „Neue Aspekte der Therapie ambulanter Atemwegsinfektionen in Klinik und Praxis“ beim 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in München, Veranstalter: Bayer Vital GmbH
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