ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2003Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Kreditgeschäft – Motor des Wachstums

VARIA: Wirtschaft

Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Kreditgeschäft – Motor des Wachstums

Dtsch Arztebl 2003; 100(28-29): A-1956 / B-1620 / C-1528

Clade, Harald

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LNSLNS Die Partnerbank der Heilberufe zahlt unverändert sechs Prozent Dividende.

Ein „sehr zufrieden stellendes“ Geschäftsergebnis für das Jahr 2002 vermeldet die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG, Düsseldorf. Für das laufende Jahr 2003 prognostiziert der Vorstandsvorsitzende der Bank, Werner Wimmer, dass die guten Ergebnisse des vorangegangenen Jahres noch übertroffen werden könnten.
Im Jahr 2002 stieg die Zahl der Kunden um 12 500 auf 284 200. 1998 betrug die Zahl der Kunden noch 211 400. Infolge der risikoorientierten Geschäftspolitik ergaben sich unverändert relativ geringe Ausfälle im Kreditgeschäft. Entsprechend hat die Bank ihre Beratungskapazität „vor Ort“ über Neueinstellungen verstärkt. Die Apo-Bank verweist auf die langjährigen Erfahrungen, die die Bankberater und Fachmitarbeiter im Hinblick auf das Finanzierungsmanagement von Arztpraxen und Apotheken tagtäglich einsetzen. Mehr als jede zweite Neugründung und Übernahme wurde durch die Apo-Bank finanziert. Im vergangenen Jahr wurden 5 012 Existenzgründungen finanziert – ein Zuwachs von 834 Neufinanzierungen gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil beträgt mehr als 60 Prozent. Bei den Existenzgründungen ist der Anteil von Praxis- und Apothekenübernahmen sowie von Eintritten in bestehende Praxen auf 75 Prozent gestiegen.
Mit einer Bilanzsumme von 22,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 20,75 Milliarden Euro), was einem Zugang um 10,4 Prozent (898 Millionen Euro) entspricht, verteidigte die Bank den ersten Rang unter den genossenschaftlichen Primär-Kreditinstituten. Die Apo-Bank ist mit weitem Abstand das größte genossenschaftliche Kredit-Institut in Deutschland.
Die Bank hat im Jahr 2002 – forciert durch eine Werbekampagne – mehr als 5 400 neue Mitglieder gewinnen können. Per saldo hat sich die Zahl der Mitglieder um 3 055 auf 93 634 (Vorjahr: 91 223 Mitglieder) erhöht. Mit deren Beitritt und der Zeichnung weiterer Geschäftsanteile durch die bisherigen Anteilseigner in Höhe von rund 114,8 Millionen Euro standen zum Jahresende 2002 Geschäftsgutachten in Höhe von 496,1 Millionen Euro zur Verfügung.
Gestärkte Eigenkapitalbasis
Neben dem Eigenkapitalzuwachs durch neue Mitglieder hat die Bank ihre Eigenkapitalbasis durch selbst erwirtschaftete Mittel weiter gestärkt. Das haftende Eigenkapital liegt aktuell bei 1,868 Milliarden Euro (2001: 1,551 Milliarden Euro). Der Jahres-überschuss (Bilanzgewinn) lag im Jahr 2002 bei rund 58,5223 Millionen Euro (2001: 57 Millionen Euro). Den offenen Rücklagen (gesetzliche und andere Rücklagen) wird wie in den Vorjahren der größte Teil des Bilanzgewinns zugeführt: davon gehen 16,75 Millionen Euro in die gesetzlichen Rücklagen, weitere 16,75 Millionen Euro in andere Rücklagen. Einstimmig beschlossen die Vertreter, an die Kapitaleigner eine Netto-Dividende in unveränderter Höhe von sechs Prozent auszuschütten. Die Dividenden-Ausschüttung entspricht rund 25 Millionen Euro (Vorjahr: rund 26 Millionen Euro, einschließlich Jubiläumsbonus). Am Betriebsergebnis in Höhe von 108,1 Millionen Euro (+ 3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr) partizipierte der Fiskus mit 49,6 Millionen Euro.
Das Kreditgeschäft war der wesentliche Träger des Wachstums der Bank. Die Kundenkredite nahmen um 1,8 Milliarden auf 15,3 Milliarden Euro zu (Vorjahresvolumen: 24,1 Milliarden DM). Darin enthalten ist die Ausweitung des Darlehensbestandes um 1,3 Milliarden Euro auf 13,03 Milliarden Euro. Der „unsichtbare Teil“ des Kreditgeschäfts ist ein Betrag in Höhe von 1,3 Milliarden Euro an Tilgungen. Die Neuausleihungen erhöhten sich um mehr als 550 Millionen Euro auf 2,6 Milliarden Euro; sie lagen damit über dem Volumen des Jahres 2001 (4,2 Milliarden DM). Besonders positiv auf das Ergebnis 2002 wirkte sich der um 13,8 Millionen Euro auf 361 Millionen Euro (31. Dezember 2001: 347 Millionen Euro) gestiegene Zinsüberschuss aus. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um drei Millionen Euro von 77 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro. Insgesamt ergab sich, dass die Bank im Zinsgeschäft im vergangenen Jahr weniger verdient hat, denn die Zinsspanne ging von 1,80 Prozent im Jahr 2001 auf 1,63 Prozent im Jahr 2002 zurück.
Der Verwaltungsaufwand nahm um 12 Millionen Euro auf 268 Millionen Euro zu. Darin spiegeln sich nach Aussagen des Bankvorstandes auch die Kosten der gestiegenen Geschäftstätigkeit wider. Die Positionen Personal-, Sachaufwendungen und Abschreibungen erhöhten sich – wie prognostiziert – um 11,7 Millionen Euro auf 267,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor betrug der Mehraufwand in diesen drei Positionen noch 18 Millionen Euro. Die Bank, so versicherte der Vorstand bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung am 27. Juni in Neuss, will den Kurs der Kostenreduktion und Rationalisierung einerseits, der ertragsorientierten Investitionen andererseits konsequent fortsetzen.
Berichtet wurde, dass die Bank das wachsende Kreditgeschäft zunehmend am internationalen Kapitalmarkt refinanzieren müsse. Dort aber bestimme das Rating die Kosten der Refinanzierung. Um das unverändert gute Rating der Bank halten zu können, müsse die Bank eine dem internationalen Standard entsprechende Kernkapitalquote von sechs bis sieben Prozent aufweisen. Per 31. Dezember 2002 betrug die Kernkapitalquote 5,35 Prozent. Nach Diskussion beschlossen die Vertreter der Apothekerbank, die Kernkapitalquote bis Ende 2003 auf 6,4 Prozent zu erhöhen, indem bis zu einem Volumen von 150 Millionen Euro an institutionelle Anleger (zum Beispiel Berufsständische Versorgungseinrichtungen der freien Berufe) platziert werden.
Bei der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats am 27. Juni wurde Dr. med. dent. Wilhelm Osing (70), Zahnarzt in Düsseldorf, erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Bank gewählt. Osing hat dieses Amt seit 1997 inne. Dr. rer. pol. Harald Clade
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