ArchivDeutsches Ärzteblatt30/200360. Todestag von Dr. John Rittmeister: Die „Rote Kapelle“ war kommunistisch

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

60. Todestag von Dr. John Rittmeister: Die „Rote Kapelle“ war kommunistisch

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): A-1998 / B-1660 / C-1564

Schade, Bernd

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LNSLNS In diesem Artikel wird eine politisch korrekte Form der Darstellung gewählt, die man so nicht stehen lassen kann, auch wenn sie dem berühmten Zeitgeist entspricht. Wenn Dr. Rittmeister rassisch und politisch Verfolgten geholfen hat, so war das höchst ehrenwert und verdient unseren Respekt. Wenn er sich aber der Roten Kapelle anschloss, musste er aber auch wissen, worauf er sich einließ. Anhand verschiedener Formulierungen in dem Artikel ist zu vermuten, dass er schon lange vorher Kommunist war.
Von einer Diffamierung der Roten Kapelle zu sprechen ist schon ein starkes Stück. Die Rote Kapelle war eine rein kommunistische Spionageorganisation, deren Leiter schon viele Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Perspektivagent in Görings Ministerium eingeschleust und ausschließlich von Stalins Geheimdienst gesteuert (genau wie der „Kapelle“-Nachfolger „Werther“) wurde. Zur Tarnung bestanden auch Kontakte zum Schweizer Geheimdienst („Büro HA“), der jedoch nicht alle wesentlichen Informationen erhielt; hauptsächlich wurde der „Direktor“ in Moskau bedient, und zwar bestens und in unglaublichem Ausmaß. Diese rein militärische Spionage ist und war in allen Staaten der Welt strafbar (in späteren Jahren wurden auch Schweizer „Kapelle“-Mitglieder in der Schweiz verurteilt).
Kommunisten haben stets in erster Linie für Moskau gekämpft und spioniert und erst in zweiter Linie gegen Hitler oder wen auch immer. Dies gilt auch und besonders für Spanien. Die „Rote Kapelle“ in einem Atemzug mit der „Weißen Rose“ zu nennen ist m. E. unehrlich und unehrenhaft. Das DÄ sollte sich hierfür nicht hergeben.
Dr. Bernd Schade,
Innhöhe 2, 83512 Wasserburg
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