ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Deutscher Ärztetag: Alles wie gehabt

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Deutscher Ärztetag: Alles wie gehabt

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): A-2003 / B-1665 / C-1569

Karle-Brauns, Matthias

Nachlese zum 106. Deutschen Ärztetag:
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LNSLNS Mit scheinbar gewohnter Routine und obligatorischer Empörung („bewährtes Team, maßvolle Reformen“ aus DÄ, Heft 22/2003) wird auch nach dem 106. Deutschen Ärztetag klar, wie weit die deutsche Ärzteschaft in vorauseilendem Gehorsam längst zum freien Stand der Mitläufer und Erfüllungsgehilfen von Bürokraten und Politik abgestiegen ist (DRG, DMP, ICD, AIP, GMP, Ärzte-TÜV, Budgetierung usw).
Wieder kein wirklicher, in der breiten Öffentlichkeit hörbarer Aufschrei. Kein konsequenter Protest und keine Verweigerung, nur verhaltene akademische Worthülsen („ . . . Hoppe setzt weiter auf Dialog . . .“) und Lippenbekenntnisse; wie seit Jahrzehnten. Viele, weil im Kern belanglose Beschlüsse (ärztliche „Selbst“?-verwaltung). Keine positiven Zukunftsvisionen/-chancen der Funktionäre an die Ärzte von heute und morgen, die Basis.
Sollen sich doch die jungen Kollegen mit den Altlasten und dem Scherbenhaufen (leere Kassen – wo ist nur das Geld hin?), verunsicherte Patienten, längst Klassenmedizin, Medizinqualifizierung durch Bürokraten, Zwangsregulierung u. v. m.) einer seit Jahren verfehlten irrationalen Gesundheitspolitik unter Mitwirkung und Verantwortung dieser sichtlich ergrauten Ärztefunktionäre plagen bis zum staatlich degradierten und manipulierten Fachidioten. Wo bleibt der entschlossene gemeinsame Protest gegen die weiterlaufenden Fehlentwicklungen? Sollten hier einige Damen und Herren trotz allem noch allzu gut ihre Pfründe zu sichern wissen?
Na, dann frisch auf zum 107. Ärztetag 2004.
Dr. Matthias Karle-Brauns, Haslacher Straße 156, 79115 Freiburg
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