ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Zervixkarzinom, HPV-Infektion und Screening: Höhere Inzidenz in Deutschland

MEDIZIN: Diskussion

Zervixkarzinom, HPV-Infektion und Screening: Höhere Inzidenz in Deutschland

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): A-2019 / B-1678 / C-1582

Schneider, Volker

zu dem Beitrag von Dr. rer. nat. Stefanie J. Klug Prof. Dr. rer. nat. Maria Blettner in Heft 03/2003
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LNSLNS Die Inzidenz des Zervixkarzinoms liegt in Deutschland mit etwa 12,5 Fällen pro 100 000 Frauen/Jahr höher als in den meisten anderen europäischen Ländern, wie von den Autoren in Text und Grafik dargestellt. Es wird der Eindruck erweckt, dass dies mit der Qualität des deutschen Vorsorgeprogramms in Zusammenhang steht. Der wichtigste epidemiologische Faktor, der die aktuelle Häufigkeit bestimmt, ist jedoch die Inzidenz vor Einführung der Vorsorgeuntersuchungen, was von den beiden Autorinnen nicht berücksichtigt wird.
Aus einer schwedischen Studie des Jahres 1997 ergibt sich, dass Deutschland zusammen mit Dänemark die höchsten Ausgangswerte aufwiesen (36,0 und 31, 3), wohingegen etwa die Werte für die Niederlande und Schweden bei 18,9 und 17,8 lagen. Der Abfall der Inzidenz in Deutschland von 36 auf 12,5 pro 100 000 ist damit der stärkste, unter Berücksichtigung der Ausgangswerte wäre damit das Vorsorgeprogramm in Deutschland das erfolgreichste.
Als Schlussfolgerung ergibt sich der zusammenfassende Satz aus der zitierten Arbeit von Gustafsson et al.: „. . . effects of screening can be evaluated only against a valid background of data from unscreened populations.“

Literatur
1. Gustafsson L, Ponten J, Bergström R, Adami HO: International incidence rates of invasive cervical cancer before cytological screening. Int J Cancer 1997; 71: 159–165

Priv.-Doz. Dr. med. Volker Schneider
Burgunderstraße 1
79104 Freiburg
E-Mail: Volk.Schneider@t-online.de

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