ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Intoxikationen durch aktiv giftige Meerestiere: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Intoxikationen durch aktiv giftige Meerestiere: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): A-2022

Schaper, Andreas

zu dem Beitrag von Dr. med. Andreas Schaper Dr. med. Luc de Haro Dr. med. Martin Ebbecke Dr. rer. nat. Joachim Rosenbusch Dr. rer. nat. Herbert Desel in Heft 10/2003
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LNSLNS Neben dem erwähnten Benetzen der Stichstelle mit Urin in der Bretagne existieren anekdotisch in der Literatur zahlreiche Hinweise auf unkonventionelle Therapiemethoden (3). Wenngleich die meisten nicht evidenzbasiert sind, so ist die Lektüre mitunter doch lohnenswert. Mit Herrn Kollegen Almeling stimmen wir bezüglich seiner kritischen Sichtweise der Heißwassermethode durchaus überein. Insbesondere bei Intoxikationen mit dem „Petermännchen“ empfehlen wir vor dem Hintergrund der Untersuchungen aus Marseille die Temperatur-Schock-Methode (1). Das erwähnte Umspritzen der Stichstelle mit einem Lokalanästhetikum ist pathophysiologisch zur symptomatischen Therapie sinnvoll; Studien zu exakt dieser Thematik sind uns allerdings nicht bekannt.
Abschließend möchten wir uns an dieser Stelle für die Resonanz bei zahlreichen weiteren Kollegen bedanken, die nicht an das Deutsche Ärzteblatt geschrieben, sondern ihre zum Teil sehr interessanten Ausführungen den Autoren direkt mitgeteilt haben. So erfuhren wir auf diesem Wege von der Behandlung von Giftschlangenbissen mit elektrischem Strom in Paraguay und den Unwägbarkeiten bei der Therapie von Steinfisch-Intoxikationen auf den Trobriand-Inseln (Nähe Papua-Neuguinea) in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts (2).

Literatur
1. de Haro L, Prost N, Arditti J, David J-M, Valli M: Efficacité du „choc thermique“, dans le traitement des envenimations par vives et rascasses: expérience du Centre Antipoison de Marseille au cours de l’été 1999. JEUR 2001; 14: 171–3.
2. Jüptner H: Verletzungen durch Steinfische. Zeitschrift für Tropenmedizin und Parasitologie 1960; 11: 475–7.
3. Landow K: Best treatment of jellyfish stings? Postgrad Med 2000; 107: 27–8.

Dr. med. Andreas Schaper
Giftinformationszentrum Nord
Zentrum Pharmakologie und Toxikologie
Bereich Humanmedizin, Universitätsklinikum
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen

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