ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Celecoxib oder Diclofenac plus Omeprazol zur Verhinderung eines Blutungsrezidivs?

MEDIZIN: Referiert

Celecoxib oder Diclofenac plus Omeprazol zur Verhinderung eines Blutungsrezidivs?

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): A-2022 / B-1681 / C-1585

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LNSLNS Zwei Milliarden Dollar pro Jahr werden in den USA für nichtsteroidale Antirheumatika ausgegeben. 107 000 Patienten müssen jährlich hospitalisiert werden wegen gastrointestinaler Nebenwirkungen. 16 500 versterben an Ulkuskomplikationen. COX2-selektive nichtsteroidale Antirheumatika senken das Ulkusrisiko. Ein gleicher Effekt wird
erzielt, wenn man eine Magenschutztherapie mit Misoprostol oder PPI bei länger dauernder NSAR-Therapie praktiziert.
Die Autoren berichten über eine Studie an 287 Patienten, die entweder zweimal 200 mg Celecoxib oder zweimal 75 mg Diclofenac plus 20 mg Omeprazol über sechs Monate erhielten, nachdem sie aus einem medikamenteninduzierten Ulkus geblutet hatten und dieses Ulkus anschließend ausgeheilt war. Zu einer Rezidivblutung kam es unter Celecoxib in 4,9 Prozent und unter der Kombination Diclofenac plus Omeprazol in 6,4 Prozent. Renale unerwünschte Wirkungen wie Hypertonus, periphere Ödeme und Nierenversagen traten in 24,3 Prozent unter Celecoxib und in 30,8 Prozent unter Diclofenac plus Omeprazol auf.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass bei Patienten mit frischer Ulkusblutung eine Weiterbehandlung mit Celecoxib ebenso effektiv ist wie eine Behandlung mit Diclofenac plus Omeprazol, was die Prävention einer Rezidivblutung anlangt. Eine Kosten-Nutzen-Analyse muss zeigen, welcher Weg bei identischem Ergebnis kostengünstiger ist.
In einem kritischen Editorial zu diesem Beitrag kommt Graham, Houston, zu dem Schluss, dass bei einer jährlichen Rezidivblutungsrate von 9 Prozent unter Celecoxib und 11,2 Prozent unter Diclofenac plus Omeprazol beide Regime einen kaum akzeptablen Schutz vor einer Rezidivblutung unter NSAR-Einnahme bieten. w

Chan FKL, Hung LCT, Suen BY et al.: Celecoxib versus diclofenac and omeprazole in reucing the risk of recurrent ulcer bleeding in patients with arthritis. N Engl J Med 2002; 347: 2104–2110.
Dr. Chan, Department of Medicine and Therapeutics, Prince of Wales Hospital, 30–32 Ngan Shing St., Shatin, HongKong, China, E-Mail: fklchan@cuhk.edu.hk.
Graham DY: NSAIDs, Helicobacter pylori and pandora’s box. N Engl J Med 2002; 347: 2162–2164.
Dr. D. Graham, Veterans Affairs Medical Center, Houston, TX 77030, USA.

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