ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Griechenland: Mit Oldtimeryachten durch das Ionische Meer

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Griechenland: Mit Oldtimeryachten durch das Ionische Meer

Klinkhammer, Gisela

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Zwei nach historischem Vorbild original restaurierte Holzschiffe
kreuzen von Mai bis Oktober entlang der Küste von Korfu.

Ein Leben ohne Telefon, Fernsehen, Internet, Zeitung und nur mit zeitweiligem Strom – ist das überhaupt noch vorstellbar, und wenn ja, ist es dann auch wünschenswert? Überprüfen lässt sich dies bei einem einwöchigen Segeltörn mit einer Oldtimeryacht. Regelmäßig stechen wöchentlich von Mai bis Oktober die Schiffe „Merlin“ und „Pelegrin“ von Korfu aus in See. Schon die Ankunft auf der grünen Insel ist verheißungsvoll. Drei Millionen Olivenbäume wachsen auf Korfu. Für bunte Farbtupfer sorgen im Mai außerdem der Ginster und im Sommer die Blüten von Oleander, Hibiskus und Bougainvillea.
Am ersten Abend liegen die Schiffe noch im Altstadthafen, sodass die Passagiere Gelegenheit zu einem Abstecher in die Inselmetropole Kérkira haben, die sich von anderen griechischen Städten deutlich unterscheidet. Ihre Architektur zeugt davon, dass die Stadt nie unter türkischer Herrschaft stand, sondern 400 Jahre lang venezianisch war. Erst seit 1864 ist Korfu wieder griechisch. Zwischen zwei Burgen, der Alten und der Neuen Festung, liegt die Altstadt, deren sehenswertester Teil das Wohnviertel Cambiéllo ist. Dort säumen vier- bis fünfgeschossige Mietshäuser mit teilweise abenteuerlich aufgesetzten Penthäusern das verwirrende Labyrinth der Gassen. Hauptplatz der Stadt ist die weite Esplanade vor der Alten Festung, an der sich ein Café an das nächste reiht.
Ausblick auf die Ziegeldächer des Bergdörfchens Chlomos Fotos: Gisela Klinkhammer
Ausblick auf die Ziegeldächer des Bergdörfchens Chlomos Fotos: Gisela Klinkhammer
An Bord der Schiffe, die am Tag nach der Ankunft ablegen, fällt es leicht, sich an das Dolce far niente (ohne Telefon, Fernseher und Internet) zu gewöhnen. Stundenlang könnte man auf Deck liegen und die vorbeiziehende Inselwelt genießen. Und wenn es dann richtig ruhig wird an Bord, tauchen in der mittäglichen Stille zum Vergnügen der Touristen manchmal sogar Delphinschwärme auf. Höhepunkt einer Umrundung der südlich von Korfu gelegenen Insel Paxos ist die Einfahrt in die Grotte Ipapanti, in der sich im Zweiten Weltkrieg monatelang ein griechisches U-Boot versteckt hielt. Es lässt sich aber auch die Schönheit der beiden Schiffe bewundern, die gemeinsam fahren und anlegen. Da ist zum einen der im Jahr 1972 gebaute Rah-Segler Merlin mit einer Länge von etwa 20 Metern. Die mehr als hundert Jahre alte 2-Mast-Brigantine Pelegrin mit ihren zehn Segeln, davon drei Rahsegel, wurde in den Jahren 1989 und 1990 nach alten Vorbildern restauriert. Vom Komfort her sind die beiden Schiffe zwar nicht mit einem 5-Sterne-Hotel zu vergleichen, sie verfügen aber beide über Decksalons mit Bordbar sowie Einzel- und Doppelkabinen mit Kalt- und Warmwasser.
Die einsamen Ankerplätze laden dazu ein, in das meistens kristallklare
die Grotte Ipaponti Informationen: Oldtimeryacht- Club, Beiert 13, 53809 Ruppichteroth, Telefon: 01 71/9 73 17 74, Internet: www.oldtimer-yachtclub.de. An Bord können auch verschiedene Wellness- und Beautyangebote gebucht werden. Flüge: Ein- bis zweimal wöchentlich von mehreren Flughäfen mit Hapag Lloyd (www.hlf.de)
die Grotte Ipaponti Informationen: Oldtimeryacht- Club, Beiert 13, 53809 Ruppichteroth, Telefon: 01 71/9 73 17 74, Internet: www.oldtimer-yachtclub.de. An Bord können auch verschiedene Wellness- und Beautyangebote gebucht werden. Flüge: Ein- bis zweimal wöchentlich von mehreren Flughäfen mit Hapag Lloyd (www.hlf.de)
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Wasser des Ionischen Meeres zu springen. Weniger Sportliche haben selbstverständlich auch die Möglichkeit, die Badeleiter herabzusteigen. Landgänge erschließen manche Inselsehenswürdigkeiten. Lohnenswert ist ein Besuch des kleinen Bergdörfchens Chlomos im Süden der Insel Korfu. Von der am oberen Dorfrand gelegenen Kirche hat man einen besonders schönen Ausblick auf die alten Ziegeldächer des Ortes. In Gáios, dem Hauptort von Paxos, kann man nach einem Bummel durch die Gassen in einer der Tavernen beziehungsweise Cafés auf der Platía am Hafen einkehren. Die noch kleinere, nur im Sommer bewohnte Insel Antipaxos lädt zu einem Bad im Meer ein. Am Abfahrtstag besteht noch einmal Gelegenheit zu einem abschließenden Besuch der Altstadt von Kérkira. Gisela Klinkhammer

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