ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Berufsgenossenschaften: Beiträge leicht gestiegen

Versicherungen

Berufsgenossenschaften: Beiträge leicht gestiegen

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): [134]

Flintrop, Jens

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LNSLNS Ein erstmals seit 1995 wieder leicht angestiegener Durchschnittsbeitrag trübt die Bilanz der Berufsgenossenschaften für das Jahr 2002. Im Durchschnitt aller Branchen und Gefahrklassen erhöhte sich der Beitrag der Unternehmen zur gesetzlichen Unfallversicherung von 1,31 Prozent im Jahr 2001 auf 1,33 Prozent der Lohnsumme in 2002.
Grund für den Beitragsanstieg sei die sich verschlechternde gesamtwirtschaftliche Lage, betonte Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Mitte Juni in Berlin. Infolge von Unternehmensschließungen und Entlassungen habe sein Verband Beitragsausfälle in Höhe von rund 100 Millionen Euro hinnehmen müssen. Die Zahlungsunfähigkeit vieler Betriebe und Unternehmenspleiten wirkte sich negativ für die restlichen Betriebe aus, weil die Kosten auf weniger Schultern verteilt werden müssten.
Die Beitragsentwicklung in den einzelnen Branchen weist erhebliche Schwankungen auf. So klagt die Bauwirtschaft über eine steigende Beitragsbelastung, verursacht durch jahrelange Beschäftigungsrückgänge in der Branche, illegale Beschäftigung und die Zunahme von Scheinselbstständigkeit.
Das von den drei Millionen Unternehmen aufzubringende Umlagesoll stieg im Jahr 2002 um mehr als 200 Millionen Euro beziehungsweise 2,5 Prozent auf fast neun Milliarden Euro (2001: 8,8 Milliarden Euro). Ursache für das höhere Umlagesoll sind unter anderem die gestiegenen Kosten, vor allem auch in Bereichen, auf die die Berufsgenossenschaften keinen Einfluss haben, wie zum Beispiel Teuerungen bei medizinischen Leistungen und bei der Rehabilitation.
Die Aufwendungen der Berufsgenossenschaften erhöhten sich im Jahr 2002 gegenüber 2001 um insgesamt 3,4 Prozent. Die Steigerungen lagen vorwiegend in den Bereichen Entschädigung und Prävention. Die finanzielle Entschädigung durch Renten lag im Jahr 2002 bei rund fünf Milliarden Euro (2001: 4,9 Milliarden Euro), die Ausgaben für die Rehabilitation stiegen von 2,5 Milliarden Euro in 2001 auf 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2002.
Im Bereich Berufskrankheiten stiegen die Aufwendungen um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionen in die Prävention wurden auf knapp 700 Millionen Euro aufgestockt (2001: 667 Millionen Euro). Erstmals wurden weniger als eine Million Arbeitsunfälle (973 540) registriert, was einem Rückgang um 8,2 Prozent entspricht. Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, sank erneut deutlich: Es wurden nur noch 32,5 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1 000 Vollbeschäftigten verzeichnet. Die Zahl der schweren Arbeitsunfälle, die zu einer neuen Unfallrente führten, ging um 3,5 Prozent auf 20 603 zurück. Die tödlichen Arbeitsunfälle, die in den Vorjahren bereits deutlich zurückgegangen waren, verringerten sich um 4,7 Prozent auf insgesamt 773 im Jahr 2002.
Die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit sank 2002 um 6,5 Prozent auf 62 472. Entschieden wurden im vergangenen Jahr gut 66 000 Fälle, unter denen sich auch Verdachtsanzeigen der Vorjahre befanden. In 24 532 Fällen wurde der Verdacht bestätigt, wodurch sich eine Anerkennungsquote von 37 Prozent ergibt. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Berufskrankheit stieg von 1 794 (2001) auf 2 000 Fälle in 2002. JF
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