ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Kostenfreie Mitversicherung: „Minijob-Gleitzone“ gilt nicht für Auszubildende

Versicherungen

Kostenfreie Mitversicherung: „Minijob-Gleitzone“ gilt nicht für Auszubildende

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): [135]

Büser, Wolfgang

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LNSLNS Kinder sind in der Regel bis zum 18. Geburtstag über ihre Eltern kostenfrei in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung mitversichert. Das gilt allerdings nicht, wenn sie vorher eine Ausbildung beginnen oder ein Arbeitsverhältnis eingehen, wodurch sie selbst krankenversichert werden.
Die Volljährigkeit beendet den Kran­ken­ver­siche­rungsschutz aber nicht automatisch. Hat die Tochter oder Sohn über den 18. Geburtstag hinaus noch keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz angetreten, so bleibt die Mitversicherung bei den Eltern bestehen – maximal bis zum 23. Geburtstag. Wer darüber hinaus arbeitslos bleibt, kann die Versicherung in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung nur gegen Beitragszahlung aufrechterhalten. Dafür müssen allerdings relativ hohe (Mindest-)Beiträge von etwa 100 Euro monatlich bezahlt werden.
Eine Ausnahme gilt für den studierenden Nachwuchs. Dieser kann bis zum 25. Geburtstag kostenfrei bei den Eltern mitversichert bleiben. Zwischenzeitlicher Wehr- oder Zivildienst verlängert den Anspruch um neun beziehungsweise zehn Monate. Während des Dienstes ruht allerdings die Mitversicherung durch die Eltern, weil die jungen Männer in der Zeit, in der sie Wehr- oder Ersatzdienst leisten, direkt vom Staat gegen das Krankheitsrisiko versichert sind.
Grundbedingung für die Mitversicherung in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ist, dass das regelmäßige Einkommen des Kindes nicht höher als 340 Euro monatlich ist. Geringfügig Beschäftigte dürfen sogar bis zu 400 Euro im Monat verdienen. Wird der jeweils maßgebende Grenzwert überschritten (die Krankenkassen fragen gelegentlich danach, mindestens einmal pro Jahr), so ist wie beim Überschreiten der Altersgrenze eine freiwillige Weiterversicherung bei der Krankenkasse der Eltern oder bei einer anderen gesetzlichen Krankenkasse möglich – falls sie nicht nur einer bestimmten Klientel offen steht.
Wer in einem Ausbildungsverhältnis steht, der zahlt in der Regel Beiträge entsprechend seiner Ausbildungsvergütung. Ein Auszubildender bleibt jedoch von der Zahlung seines Beitragsanteils zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung verschont, wenn er bis zu 400 Euro brutto monatlich verdient. Der Arbeitgeber hat dann beide Anteile zu finanzieren. Die Gleitzonenregelung für Verdienste zwischen 400,01 und 800 Euro, die bei Minijobbern gilt, bringt Auszubildenden in diesem Vergütungsbereich jedoch keine Vorteile: Sie müssen vom ersten Cent über 400 Euro monatlich hinaus ihren vollen Beitragsanteil zahlen. Das führt bei einer Erhöhung ihrer Vergütung von zum Beispiel 380 auf 420 Euro zu einem um etwa 10 Euro niedrigeren Nettogehalt. Wolfgang Büser
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