ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003Fallpauschalen: DAK warnt vor Kostenanstieg

Versicherungen

Fallpauschalen: DAK warnt vor Kostenanstieg

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): [135]

Flintrop, Jens

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Für die Ärzte bedeutet die DRG-Einführung eine weitere Zunahme des Verwaltungsaufwandes. Foto: DAK/Scholz
Für die Ärzte bedeutet die DRG-Einführung eine weitere Zunahme des Verwaltungsaufwandes. Foto: DAK/Scholz
Nach Auskunft der Deutschen Angestellten-Krankenkasse DAK treibt das neue Abrechnungssystem zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen die Kosten massiv in die Höhe. Insbesondere für Patienten, die nur ein bis zwei Tage in der Klinik bleiben, lägen die Rechnungen der Kliniken teilweise um das Doppelte höher als nach dem alten Preissystem. „Ohne eine schnelle Korrektur bei den Kosten für die Behandlung von Kurzliegern wird der Sinn dieser Reform ad absurdum geführt“, sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Hansjoachim Fruschki. Es dürften nicht einerseits fieberhaft Maßnahmen zur Kostendämpfung gesucht werden und andererseits neue Ausgabenschübe ausgelöst werden.
Nach dem neuen Fallpauschalensystem stellen die Kliniken ihre Rechnung an die Krankenkassen nicht mehr nach der Liegedauer ihrer Patienten. Stattdessen berechnen sie für jede Diagnose festgelegte Sätze. Ziel dieser Regelung ist es, dass die Kliniken ihre Patienten rechtzeitig entlassen und damit die Kosten senken. Insbesondere bei leichten Eingriffen müssten die Krankenkassen jedoch heute zu viel zahlen, meint die DAK. So habe eine eintägige Behandlung im Schlaflabor früher rund 244 Euro gekostet. Heute liege der Preis bei 421 Euro. Für eine Mandeloperation bei Kindern habe sich der Preis gar von etwa 188 auf 608 Euro verteuert.
Eine weitere Gefahr des neuen Systems bestehe darin, dass sich die Vergütung nach dem Schweregrad der Erkrankung richte. Deshalb drängten viele Krankenhäuser ihre Ärzte, möglichst viele Nebenerkrankungen zu diagnostizieren, behauptet die DAK. JF
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