ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2003zur Mannheimer AG: Nerven bewahren

VARIA: Schlusspunkt

zur Mannheimer AG: Nerven bewahren

Dtsch Arztebl 2003; 100(30): [136]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Rund um den Namen „Mannheimer“ breitet sich vielerorts Chaos aus. Ist die Versicherung jetzt pleite, was muss ich mit meinen Verträgen machen, ist meine Altersvorsorge gefährdet? Viele Fragen, deren Berechtigung noch vor Jahren von der Assekuranzbranche empört zurückgewiesen worden wäre.
Die Realität indes belehrte die bislang eigentlich lebenslang insolventstabile Versicherungswirtschaft, so dachten zumindest Generationen über Generationen, eines Besseren.
Die Mannheimer Lebensversicherung AG ist also pleite. Windige Börsenspekulationen versetzten der Gesellschaft einen bösen Garaus. Damit daraus kein Flächenbrand enttäuschter Assekuranzkunden entfacht wird, wurde die im ahnungsvollen Vorfeld gegründete Auffanggesellschaft Protektor aktiv und übernahm den gesamten Vertragsbestand der Mannheimer Leben.
Gleichwohl ist durch diese Rettungsaktion noch lange nicht alles im Lot, zu kompliziert sind die juristischen Rahmenbedingungen. Es kann immer noch sein, dass die Mannheimer Leben formal in Konkurs geht. Was wird dann mit den Verträgen? Kein Wunder, dass bei vielen Kunden die Unsicherheit und die Angst immer größer werden.
Zunächst einmal gilt es festzuhalten, dass nicht alles, was mit Mannheimer assoziiert wird, per se Verlustängste auslösen muss. Die Mannheimer Kran­ken­ver­siche­rung ist ebenso gesund wie die Mannheimer Sachversicherung, hier braucht sich wirklich keiner Sorgen zu machen. Die Versicherungsgruppe Hamburg-Mannheimer gehört zum Ergo-Konzern und hat außer der Namensähnlichkeit keinerlei organschaftlichen Bezug zu unserem Sorgenfall. Kunden der Hamburg-Mannheimer können sich also schon mal entspannt zurücklehnen.
Einzig die Kunden der Mannheimer Lebensversicherung haben Grund, ihre Nerven im Zaum zu halten. Es gibt viele Versicherungsvertreter anderer – fremder – Gesellschaften, die auf die Panikpauke hauen mit dem Ziel, dem Kunden einen – provisionsträchtigen – Vertragswechsel schmackhaft zu machen.
Dazu besteht aber kaum Anlass. Zum einen werden auch durch die Protektor-Übernahme die bestehenden Lebensversicherungen weiterlaufen, und zwar zu den abgeschlossenen Bedingungen, und zum anderen bringt ein Vertragswechsel in jedem Fall eine Verschlechterung, da der Kunde ja älter geworden ist und somit eine versicherungsmathematische „Verböserung“ eintritt. Nichtstun ist in diesem Fall also eine kluge Handlung. Ruhe bewahren bleibt des Kunden vornehmste Pflicht.
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